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Moped II

Klassisches Moped II

Manchmal begegnet man ja echten Klassikern. Und wenn diese dann auch noch so gut gepflegt sind, dann muss man sie geradezu ablichten. Dies ist quasi die kleine Antwort auf die Frage, ob es immer die dicken Dinger sein müssen. Nein, das müssen sie nicht.

Gutenberg. Buchdruck

Meine Buchmesse 2015

In diesem Jahr war ich mal wieder auf der Buchmesse. Ich war im Vorfeld unsicher, ob ich überhaupt hingehen sollte. Ich war dann gleich an mehreren Tagen da. Nach meinem Eindruck hat sich die Messe verändert. Manche Verlage waren gar nicht mehr da und manchmal sogar die gar nicht so kleinen, bei anderen bemerkt man, dass sich die Beziehung zur Messe wohl zusehens verändert. Insgesamt scheint es, als würde die Messe an Bedeutung verlieren. Das Internet fördert die Geschwindigkeit dieser Veränderung heraus und stürzt die Verlagswelt in einen nie gesehenen Sturm. Und dabei wird es wohl nur Verlierer geben, denke ich. Die Verlage verlieren ganz allgemein an Einfluß. Der Leser, das Objekt der Begierde, ist immer mehr ein Kind des Boulevard. Bücher und Texte mit Anspruch haben heuer noch ihre Liebhaber und auch ihre Leser. Bei manchen Verlagen hat aber das Verdrängen von Autoren mit kleiner Auflage bereits heftig begonnen. Natürlich ist es wahr: Wo sich eine Türe schließt, geht oft eine andere Türe auf. In diesem Fall heißt diese Türe Selbstverlag. Ich bin noch unschlüssig, wie ich dazu stehe, so insgesamt. Auf der Messe lauschte ich einem Gespräch zwischen Thees Ullmann und einem Journalisten. Ullmann sagte diesen Satz, dass er vor dem Veröffentlichen seines ersten Romanes dachte, ein Lektor täte vor allem die Schreibfehler korrigieren. Ullmann bedankte sich sehr für das Lektorat und egal, ob das von ihm persönlich vor allem höflich war oder nicht: Viele Autoren brauchen den Lektor. Wer übernimmt diese Arbeit, wenn sich jemand selbst verlegt? Ja, die Verlagswelt ist im Wandel. Das ist ja nun schon seit einigen Jahren zu beobachten. Auf einer Buchmesse kann man diesen Wandel aber in vielfacher Hinsicht wie durch ein großes Vergrößerungsglas aus nächster Nähe anschauen.

Als Leser habe ich ein wenig Angst um diese wundervolle und vielfältige Welt der Bücher. Ich möchte nicht, dass alleine Rechenkünstler, Tabellenschieber und Erbsenzähler darüber entscheiden, ob ein Autor seinen Text veröffentlicht bekommt oder nicht. Ich möchte, dass wir uns alle klarmachen, dass das Buch ein Kulturgut ist und das das geschriebene Wort immernoch die Kulturtechnik ist, die uns voran bringt. Ich stand auf der Messe und war ganz von Glück erfüllt, etwa Anton Cobijns Bildband „1-2-3-4“ in den Händen zu halten und anzuschauen oder Jérôme Gautiers „Dior: Zeitlose Eleganz“. Der Aufwand und die Detailliebe zu derart wunderschön gemachten Büchern ist nicht hoch genug einzuschätzen. Und dann geh ich weiter und muss quasi beim Wagenbach Verlag die Bücher der SALTO Reihe anschauen und anfassen. Digital kann vieles, aber Bücher wie „Puntarelle & Pomodori – Die römisch-jüdische Küche meiner Familie“ von Luciano Valabrega sind was Sinnliches. Sowas kann eben nur das Buch transportieren.

365 Tage

365 Tage. Und so viel mehr

Ein ganzes Jahr. Und so viel mehr. Heute sind es sogar schon wieder ein paar Tage mehr. Zwischenzeitlich hat es sogar noch einen Umzug mehr gegeben. Eine Trennung. Man hört diesen Begriff so oft und früher habe ich mir, wenn ich ehrlich bin, nicht so viele Gedanken darum gemacht. Es gab Menschen, die sich trennten oder schon getrennt waren. Ein Blick von Draußen auf etwas, von dem ich dachte, dass es mir nicht passieren könnte. Und dann passierte es mir doch. Ich war wie betäubt, unfähig mich zu bewegen, unfähig, irgendetwas zu denken, zu planen. Von da an geschah alles nur noch. Ein Jahr später. Ich lebe alleine in einer kleinen Wohnung, die mir gut gefällt. Es ist ein Leben im Exil. Freunde verlangen geradezu, dass ich mich stärker dem Heute widme und sie meinen es sicher gut. Es ist nur so, dass sie wohl nicht verstehen, dass mein Leben ein Schatten ist von dem, was es früher war. Ich trage selber die größte Schuld am Scheitern der Beziehung. Das weiß ich wohl. Und so geht alles seinen Gang. Die Sonne scheint herein durch die Fenster der Wohnung und tauchen alles in ein freundliches Licht. Ich sitze da, tippe diese Zeilen und trinke Kaffee. Ich baue an einem anderen Entwurf, einem, die ich so nie wollte. Es muss ja weitergehen, höre ich jemanden sagen.

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