Bodo Kirchhoff. Widerfahrnis

Den richtige Ton. Er ist wichtig, wenn man auf der Suche ist nach einem neuen Buch. Widerfahrnis habe ich gekauft, als Bodo Kirchhoff dafür den Deutschen Buchpreis bekommen sollte. Ich mache das sonst nicht. Ich kaufe und lese oft eher die, die dagegen sind. So war das jedenfalls früher. Seit einigen Jahren befreie ich mich aber von diesen Vorurteilen. Noch ein Vorurteil. Ich mochte die Frankfurter Verlagsanstalt nie. Ich empfand sie als konservativ. Sie stand für eine Literatur, die nicht meine war, mehrheitlich. Natürlich gabs da aber immer auch interessante Bücher.

Zurück zu Bodo Kirchhoffs Widerfahrnis. Nein, eine Rezension wird dies nicht. Es kann noch keine werden, denn ich habe erst einige Seiten gelesen. Der Ton stimmt. Ja, ich mag es auch, etwas von einem Frankfurter Autoren zu lesen. So gesehen beherrsche ich noch nicht immer alle meine Vorurteile. Der Ton stimmt, die Stimmung baut sich nach wenigen Worten auf. Mehr braucht es zunächst einmal nicht. Da ist was zwischen mir und diesem Buch. Mal schauen, vielleicht ist da auch was zwischen mir und diesem Autor.

Sonntags. Kaffee. Zeitung

Sonntags um kurz vor 8 Uhr. Aufstehen um 7 Uhr, nach erfolgreichem snoozen und dann ganz langsam in die Gänge kommen. Der letzte Tag im alten Leben. Ich bin gespannt, wie es ab morgen wird. Aber heute werde ich unbedingt sehr gemütlich verbringen. Eben mit der Zeitung und auch mit einem Buch. Aktuell lese ich „The Tortilla Curtain“ (auf Deutsch: América) von T.C. Boyle noch einmal. Das ist meine Vorbereitung auf den Wahlkampf in den USA. Nein, ich will es nicht, dass Amerika von Donald Trump. Aber, ich hör hier schon wieder auf, ich will zurück zum gemütlichen Sonntags-Rhythmus und zum geschriebenen Wort.