KW 21: Himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt. Zwischen Lena Meyer-Landrut, Google Buzz und Top Kill

Eine neue Woche, die Gedanken wandern zu neuen und zu aktuellen Themen. Die Katastrophe um die abgebrannte und versunkene Ölplattform im Golf von Mexiko und die scheinbar unaufhörlich sprudelnde Öl-Quelle machen überdeutlich, dass wir viel zu oft im Leben Dinge akzeptieren, mit denen wir eigentlich gar nicht wirklich umgehen können. Nicht nur bei der Atomkraft ist dies so. Auch das Fördern von Öl nehmen wir normalerweise stillschweigend hin, weil wir alle abhängig sind davon, dass wir für unsere Leben Zugriff haben auf quasi unendlich vorhandene Energie. Wir sind sauer auf BP, dabei müssten wir stattdessen auf uns selber sauer sein. Wir haben noch immer nicht begriffen, dass neues Denken in Bezug auf glaubwürdigen Umweltschutz und Nachhaltigkeit zuallererst etwas zu tun hat mit dem Ändern unserer eigenen Gewohnheiten. Verzicht ist dabei das entscheidende Schlagwort.

Lena is all around

Und dann war da noch dieses 19jährige Fräulein Wunder aus Hannover. Sie hat geschafft, woran wohl nur die größten Optimisten geglaubt haben. Sie gewinnt den diesjährigen Eurovision Song Contest und verzaubert dabei, quasi nebenbei, Europa. Gleichzeitig zeigt sie, dass tatsächlich alles geht, wenn man sich einem Thema ausreichend unverkrampft nähert und andererseits diszipliniert, fokussiert und unaufgeregt daran arbeitet, dieses Ziel zu erreichen. Wir sollten alle ein wenig (mehr) Lena sein. Natürlich gab es auch noch mehr Themen: Siehe bitte das Banner oben.

Google Buzz. Ein neuer Versuch II

Einige Tage sind vergangen seit meinem neuen Anlauf in Richtung Google Buzz. Ich muss sagen, dass ich ob der Möglichkeiten wirklich begeistert bin. Endlich eine andere Art und Weise, sich über Themen austauschen zu können, endlich eine wirklich gute Erweiterung der Möglichkeiten. Kurz können wir schon, wir nennen es twittern. Nun erschliessen die Mädels und Jungs von Google eine neue (Möglichkeiten)Welt. Manche mögen diese Zeilen lesen und sich denken, dass ich übertreibe. Tatsächlich ergeben sich die neuen Möglichkeiten nur dem, der bereit ist, andere Verhaltensweisen im Umgang mit dem Verarbeiten von Informationen anzunehmen.

Hit & Run bzw. Shoot & Run = Twitter

Twitter ist schnell, ist kurz, ist knackig, ist aber eben auch ziemlich grobkörnig. Detailliertes Ausdiskutieren kann man mit den Vielfachen von 140 Zeichen vergessen. Es mögen mir noch so oft Fans der kurzen Sprache erläutern, dass doch das genau der Vorteil ist, den wir durch Twitter erst schätzen gelernt haben. Ich halte entgegen: Es gibt nun einmal auch Themen, die erst zu diskutieren sind, wenn man mehr als 140 Zeichen zur Verfügung hat. Und, quasi ab dem 141sten Zeichen, kommt Google Buzz ins Spiel. Schon in den wenigen Tagen meines Neustarts in Sachen Buzz war ich Teil zweier Diskussionen, die eine Qualität hatten, die ich so sonst bestenfalls offline erreichen kann. Was ist aber nun der Haken bzw. was ist der Preis, den dieses Tool fordert?

Neue Gewohnheiten braucht der Webworker

Wir alle sind, mehr oder weniger versaut durch Twitter & Co. und den angeblichen Zwang, schnell was rausschiessen zu müssen, zu beinahe jedem Thema. Google Buzz ist (von der Handhabung her) einfach, doch musst Du schon ersteinmal überlegen, was Du sagen willst, Du musst es formulieren und aufschreiben, musst evtl. recherchieren, Quellen finden und nennen. Das alles kostet Zeit. Es bringt Dir aber natürlich auch etwas. Es bringt zum Beispiel den Zugang zu einer Schicht Menschen, die ich schon verloren geglaubt habe. Namentlich spreche ich von Leuten, die entlang eines Themas sich wirklich Zeit nehmen, nachzulesen, zu schreiben, anderen zuzuhören (oder sollte ich sagen: zuzulesen? ;) ). Buzz trennt die Schnellen, die 140er von den anderen. Erst gestern habe ich eine extrem interessante Diskussion zu einem Thema miterleben dürfen, dass durch einen in Buzz hineingeschossenen Tweet eröffnet wurde. Leider hat der Teilnehmer, der alles ausgelöst hat, die Diskussion gar nicht verfolgt, er hat so gar nicht mehr mitbekommen, was entstanden ist und hat dadurch sicher den einen oder anderen interessanten Gedankengang verpasst. Dabei bleiben, das ist eine Fähigkeit, die bei Twitter zusehens abhanden kommt, aber nicht nur dort.

Wie es weitergeht

Ich werde weiter Google Buzz lernen, denn ich bekenne: Ich bin noch nicht komplett dahinter gestiegen, wie Buzz funktioniert (also nicht technisch, sondern inhaltlich). Ich werde probieren und werde Zeit und Hirn investieren, um mir Google Buzz noch mehr zu eigen zu machen. Es gilt: Ich buzze, also bin ich .. ;-)