Natty Tales. Mit Ubuntu allein auf dem Notebook

Abends ging dann alles ganz schnell. Ich hatte sowieso noch einen USB-Stick mit Ubuntu Natty Narwhal drauf. Schnell war der Stick in den USB Schacht gesteckt, das Notebook runtergefahren und das Notebook neu gestartet. Ich sah meinen Zeigefinger die Zeile auswählen, in der Ubuntu installieren stand und der Rest ist Geschichte. ;-)

Fedora 15

Wer hier im Blog öfters reinschaut, wird sich dunkel erinnern, dass ich zuletzt meine Liebe zu Fedora 15 entdeckt habe. Ihr fragt Euch, wieso ich trotz meiner hier ebenso häufig angesprochenen Zweifel an Unity jetzt doch wieder Ubuntu auf meinem Arbeitsrechner habe? Fedora hat nichts falsch gemacht. Auch deshalb behalte ich es auch auf einem meiner Rechner. Ich will beobachten, wie es sich entwickelt, denn es ist eine Distribution, die Aufmerksamkeit verdient. Es hält die Flagge der freien Software hoch und lebt OpenSource. Es ist vielleicht die Distribution mit den meisten sehr neuen und hochwertigen Paketen. In Fedora wird schon ganz selbstverständlich Evolution 3 eingesetzt. Fedora traut sich, die Grundinstallation relativ klein zu halten und stellt dann alles dafür bereit, dass der Nutzer sich sein Fedora bauen kann. Er wählt aus, ob er LibreOffice haben will oder ob ihm für die täglichen Verrichtungen Abiword und Gnumeric genügen. Ich will es kurz machen: F15 hat sich bei mir einen wirklich guten Namen erworben.

Wieso? Weshalb? Warum?

Und weshalb wechsle ich dann doch wieder zurück zu Ubuntu? Dafür gibt es genau einen einzigen Grund. Die Darstellung von Geschriebenem im Browserfenster und auch an anderen Stellen ist in Ubuntu einfach genial. Ich spreche nicht von den verschiedenen Schrifttypen, sondern davon, was die Schriftwiedergabe in Ubuntu schafft. In Fedora ist alles halbwegs okay und wenn ich Ubuntu nicht kennen würde, dann wäre ich vermutlich zufrieden. Ich kenne Ubuntu aber und weiß also, wie die Optik in Bezug auf Schriften ausschauen kann am Bildschirm. Und gerade als großer Fan einer tollen Typographie bin ich da einfach angestochen. Falls ich eines Tages herausfinde, woran die Unterschiede in der Darstellung liegen, so steht meiner ungeteilten Zuneigung zu Fedora nichts mehr im Weg. Soviel ist sicher!

Fedora 15. Kleine Ärgernisse. Große Erkenntnisse

Plötzlich war es passiert. Neulich und natürlich direkt vor einer geplanten Reise. Nach einer Software-Aktualisierung hatte Fedora meine kompletten Netzwerkeinstellungen zerschossen. Es ging nichts mehr. Kein WLAN, kein LAN. Ich konnte endlich mal ungestört arbeiten. Wenn ich dem mal was Positives abgewinnen soll. ;-)

Lösungswege

Sehr schnell fand ich Leutchen, die für das Problem Lösungen parat hatten. Leider hatte ich in der letzten Woche kaum Zeit, um die angedeuteten Lösungswege auszuprobieren. Da stand ja unsere Fahrt ins Elsass an und eine kleine Auszeit, auf die ich soooo lange gewartet hatte. Also nahm ich statt meines Standard-Notebooks schlicht unser Netbook mit und beschloss, dem Fehler in Ruhe nach unserer Rückkehr auf den Leib zu rücken. In meinem Hinterkopf spielte ich die möglichen Lösungswege aber schon einmal durch. Schlußendlich entschloss ich mich dazu, nicht den im Forum angedeuteten Weg des Downgradens der NetworkManagers zu gehen, sondern einen umfassenderen. Zur Erklärung: Mein Fedora 15 hatte ich schon als Alpha Version auf den Rechner gespielt und ich hatte seither unendlich viel herumprobiert, getestet, neue Software aufgespielt, wieder herunter geschmissen, hatte kleine Hacks gewagt und wollte schon deshalb sowieso das System mal neu aufsetzen, um ein sauberes F15 auf dem Rechner zu haben. Zudem wollte ich jetzt, nach dem offiziellen Erscheinen von Fedora 15, auf die 64 Bit Version umsteigen. Zu Alpha Zeiten las ich noch von zu vielen Problemen damit und hatte mich dann entschieden, zum Testen eine 32 Bit Version zu benutzen. Lange Rede, kurzer Sinn: Ich spielte gestern ein komplett frisches Fedora 15 64 Bit auf. Alles verlief erwartbar glatt und schnell. Auch das Rückspielen der Einstellungen ging schnell. Evolution macht es einem über die Sicherungsfunktion unendlich leicht, nicht nur die Einstellungen in Bezug auf Formatierung zu sichern, sondern gleich die kompletten (Email)Konten. Gerade wenn man viele Konten gleichzeitig nutzt, ist das eine feine Sache. Auch die Browser sind sehr schnell wieder in dem Zustand, dass ich sie gut nutzen kann. Und das andere Gedöns auch.

Fazit

Nun sitze ich also hier und tippe diesen Beitrag und beinahe unhörbar schnurrt mein F15 64 Bit vor sich hin. Was bleibt ist ein Schreck und die Erkenntnis, dass Ubuntu einen solchen Bock in vier Jahren Nutzung nicht geschossen hat. Was aber auch bleibt ist, dass ich dennoch richtig bin bei Fedora. Ich hatte gestern im Kopf durchgespielt, ob ich nicht doch eine andere Distribution aufspielen soll. Aber die Ausganssituation hat sich ja nicht geändert: Ubuntu wird mir durch Unity verleidet. Auch einige andere Entwicklungen im Ubuntu-Projekt gefallen mit nicht, so dass ich mich wohl auch ersteinmal nicht wieder mit Ubuntu einlassen werde. Andere Distributionen, die auf Ubuntu aufsetzen, nutzen teilweise noch Gnome 2. Man könnte nun sagen, man könnte erstmal weiter Gnome 2 nutzen (mit Ubuntu oder auch mit anderen Ubuntu basierten Distris). Gnome 2 ist aber eine Benutzeroberfläche, die aus heutiger Sicht zwar schön ist und effektiv. Sie ist aber eben per se alte Technik. Ich will aber idealerweise gleich auf ein System wechseln, bei dem ich dann auch bleibe. Fedora 15 scheint mir diese Zukunftssicherheit zu bieten. Gnome 3 ist toll und zudem hat sich seit den ersten Tagen des Nutzens von F15 ein kleiner Vorrat an Erfahrungen angesammelt, der mir eine wohlige Sicherheit verschafft beim Nutzen des Systems. Ich seh natürlich auch meine nach wie vor vorhandenen Schwächen. Aber ich will diese Schwächen allmählich ausmerzen. Und ich will das mit Fedora 15 tun. Und wieso? Weil ich es (sehr) mag und weil es aktuell einfach richtig ist für mich.