365 Tage. Und so viel mehr

Ein ganzes Jahr. Und so viel mehr. Heute sind es sogar schon wieder ein paar Tage mehr. Zwischenzeitlich hat es sogar noch einen Umzug mehr gegeben. Eine Trennung. Man hört diesen Begriff so oft und früher habe ich mir, wenn ich ehrlich bin, nicht so viele Gedanken darum gemacht. Es gab Menschen, die sich trennten oder schon getrennt waren. Ein Blick von Draußen auf etwas, von dem ich dachte, dass es mir nicht passieren könnte. Und dann passierte es mir doch. Ich war wie betäubt, unfähig mich zu bewegen, unfähig, irgendetwas zu denken, zu planen. Von da an geschah alles nur noch. Ein Jahr später. Ich lebe alleine in einer kleinen Wohnung, die mir gut gefällt. Es ist ein Leben im Exil. Freunde verlangen geradezu, dass ich mich stärker dem Heute widme und sie meinen es sicher gut. Es ist nur so, dass sie wohl nicht verstehen, dass mein Leben ein Schatten ist von dem, was es früher war. Ich trage selber die größte Schuld am Scheitern der Beziehung. Das weiß ich wohl. Und so geht alles seinen Gang. Die Sonne scheint herein durch die Fenster der Wohnung und tauchen alles in ein freundliches Licht. Ich sitze da, tippe diese Zeilen und trinke Kaffee. Ich baue an einem anderen Entwurf, einem, die ich so nie wollte. Es muss ja weitergehen, höre ich jemanden sagen.