Gesundheitsreform: Quo Fadis

Puuuh. Ich habe vor einigen Tagen beschlossen, mir in Bezug auf die Zukunft unserer gesundheitlichen Versorgung eine eigene Meinung zu bilden. Ich bin mit der Aufbereitung des gesamten Themenkomplexes in den Medien vollkommen unzufrieden. Ich kann nur äusserst unvollständige Dossiers finden. Die meisten Specials, die man als Beilage in Zeitungen findet oder die Zeitungen ins Netz stellen, sind extrem lückenhaft und hinterlassen mehr Fragen als Antworten. Immerhin habe ich einen Fund gemacht.

Es gibt hier den sogenannten „Bericht des Sachverständigenrates der Bundesregierung“. Interessant: Ein Konzept, welches die Vorteile beider Konzepte der großen politischen Parteien verbindet, existiert schon seit November 2004! Ich mag ja nicht gut im Rechnen sein, aber wenn ich es dennoch versuche, dann streiten und taktieren unsere lieben Parteien also mindestens seit 2004 lustig auf unsere Kosten. Sie malen nicht erst seit damals das Bild der vollkommenen Unvereinbarkeit der beiden Reformvorschläge (die SPD will eine sogenannte Bürgerversicherung, die CDU schlägt dagegen eine sogenannte Gesundheitsprämie vor).

Ich möchte zu diesem Thema drei Bemerkungen machen: 1.) Wahr ist, dass dieser Bericht ohne jede Nebenwirkung in der Lage ist, einen in einen tiefschlafähnlichen Zustand zu versetzen. 2.) Fakt ist aber auch: Die Analyse dieses Berichtes zeigt auf, was in unserer nationalen Gesundheitspolitik zu geschehen hat, um eine Reform durchzuführen, die diesen Namen auch verdient. 3.) Wir werden nicht umhin kommen, für das Thema Gesundheit mehr Geld auszugeben und uns dennoch gleichzeitig vom Gedanken der „Vollkaskoversichertheit“ trennen müssen, weil die dahinter liegende Mentalität nicht nur unbezahlbar ist, sondern u.a. auch ursächlich dafür verantwortlich ist, dass unser Gesundheitssystem in der jetzigen Form nicht mehr tragbar ist und sogar zukunftsunfähig.