Desinformationszeitalter

Wir leben in modernen Zeiten. Zu keiner anderen Zeit war es so einfach, sich gut zu informieren. Denkt man.

Ich will nicht bestreiten, dass es heute einfach ist, sich Informationen über einen Menschen oder ein Thema zu beschaffen. Das Netz macht es möglich. Oder sollte ich sagen: Das Netz scheint es möglich zu machen? Wenn man genauer hinschaut, dann ist es heute in vielen Situationen extrem schwer, unabhängige Informationen zu einem Thema oder einem Menschen zu finden. Versucht mal, euch über eine x-beliebige Person, etwa einen Politiker oder eine andere öffentliche Person, komplett zu informieren. Überall fnden sich positive Passagen und komplett wunderschöne Lebensläufe. Sie sind beinahe alle geshaped, sie sind geschönt. Die unschönen Passagen sind im besten Falle freundlich dargestellt, sehr häufig sind sie aber auch gar nicht mehr da. Bei Produkten und bei komplexeren Themen wird das Produkt oder die Idee hinter einem Thema sogar noch aktiv positiv dargestellt und es werden tonnenweise nicht beweisbare positive Pseudo-Argumente in die Welt gesetzt, um uns zu beeinflussen. Sich das ganze Bild machen ist schwierig und nicht selten gar nicht möglich oder wir müssen eben doch den ganzen Weg gehen und das heißt, sich ggfs. auch außerhalb des Netzes zu informieren und Quellen heranzuziehen, die man nicht mal eben so einfach klittern kann.

Und da ist es wieder, das Thema Medienkompetenz und mündiger Bürger. Und da ist auch wieder die Erkenntnis, dass leicht und schnell meist nicht gut sein kann. Wer sich das ganze Bild machen will, der muss bereit sein, Zeit zu investieren und Mühe. Anders geht es nicht.

Achtung, Ironie: Verbraucherschutz nach Aignerart

Im Leben muss man praktisch permanent Prioritäten setzen. Will man einen Menschen kennenlernen, so schaut man sich am besten das Tun desjenigen an. Ilse Aigner geriert sich im Dioxin-Skandal aktuell gerne als Verbraucherschützerin. Naja, vielleicht versteht sie den Begriff einfach ganz anders als ich ..

Wachstum, Wachstum, Wachstum?

Aktuell kann man zum Beispiel auf den Seiten von ZEIT ONLINE nachlesen, dass Frau Aigner dabei ist, die Hürden für die Zulassung von Pestiziden zu senken. Bisher konnte das Umweltbundesamt per Veto diese Zulassung verhindern. Dieses Veto-Recht soll nun abgeschafft werden. Aus dem Landwirtschaftsministerium heisst es, man wolle doppelte Prüfungen vermeiden. Klingt gut, oder? Naja, was solls, wenn dann ohne das mögliche Einschreiten des Umweltbundesamtes hierzulande bald wieder mehr hochgiftige Pestizide erlaubt sind, betreibt man damit sicher eine ganz eigene Variante des Verbraucherschutzes. Verbraucherschutz? Aber ja! Man schützt aktiv Pestizid-Hersteller. Das sind doch schließlich auch Verbraucher. Und schließlich brauchen wir doch dringend Wachstum, Wachstum, Wachstum. Oder etwa nicht?