Alle Artikel des Monats: April 2006

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Regnerischer Nachmittag

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Version Zwei. Ich sitze im Arbeitszimmer, arbeite ein wenig am Rechner, programmiere und schraube ansonsten gaaaanz sachte an meinem Weblog herum. Draussen regnet es vom Himmel herunter. Viele kleine Tropfen vermischen sich mit dem Dunst tiefhängender Nebelschwarden und der darüber schwebenden Wolken. Durch das offene Fenster dringt das vielfältige Gezwitscher der Vögel herein. In höheren Regionen scheint sich die Sonne unermüdlich einen Weg durch das Dickicht der Wolken und des Nebels bahnen zu wollen. Es ist diffus hell und beinahe ein wenig unwirklich. Die sonst so nahen Hügel des Odenwaldes sieht man kaum einmal und wenn doch, dann tauchen sie aus dem Nebel auf wie Lanschaften, die man eher auf anderen Planeten vermuten würde.

Ich fühle mich besser als zuletzt, doch wenn ich mich frage, woran dies liegt, dass es mir in den letzten Tagen eher schlecht ging und jetzt recht gut, dann weiss ich keine Antwort. Ich versuche auch erst gar nicht, den möglichen Ursachen zuuu sehr nachzufühlen. Allzu schnell würde ich eventuell in einer Grüblelei ohne Anfang und Ende versinken. Besser ist, die Aufhellung in meiner Seele zu geniessen und darauf zu hoffen, dass mir die aktuelle Stimmung noch ein wenig erhalten bleibt. Ich denke an Marc Cohn und seine CD Rainy Season. Als ich die CD damals entdeckt habe, ich sass eines Morgens in meinem Lieblingscafé direkt auf dem Campus und die Musik füllte leise aber intensiv den Raum, befand ich mich aus vollkommen anderen Gründen in einer ähnlichen Stimmung wie heuer. Damals hätte ich auch nicht gedacht, dass kurz nachher eine der schönsten Phasen meines Lebens beginnen würde. Wie schön wäre es, wenn es noch mehr Parallelen zu damals geben würde, denn dann stünde ich jetzt am Anfang einer guten Phase meines Lebens. Es wäre sooo schön, wenn sowas wieder und nochmal möglich wäre. Heute glaube ich, obwohl ich sonst ein extrem optimistischer Mensch bin, nicht mehr in jedem Augenblick daran, dass bessere Zeiten jederzeit beginnen können. Dabei braucht es manchmal nur einen Gedanken ..

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Ostern: Der Weg ist das Ziel

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Gerade erst vor einer knappen Stunde sind wir vom ausgiebigen Frühstück aufgestanden. Einer noch jungen Tradition folgend gibt es an Feiertagen bei uns kein warmes Mittagessen mehr und ich stelle immer wieder fest, dass die zeitliche Neuordnung des Tagesablaufes nur Vorteile bringt.

Wir frühstücken etwas später am Tag und auch etwas mehr. Am späteren Nachmittag gibt es dann einen leckeren Kuchen und Kaffee. Abends essen wir relativ spät, meist erst so zwischen 20 Uhr und 20.30 Uhr. Es ist der kulinarische Höhepunkt des Tages. Natürlich, die weiblichen Mitglieder der Familie empfinden eher den Kuchen als den Höhepunkt und so hat jeder seine ganz persönlichen kulinarischen Einschätzungen, hihi. Seit wir die Feiertage inhaltlich derart entzerrt haben, macht wieder alles viel mehr Spass. Vorher war es sehr hektisch und man hatte, gerade auch wenn man Gäste hatte, kaum einmal die Chance, die Zeit mit den Menschen zu geniessen. Es war tatsächlich eine reine Hetzerei. Für noch etwas ganz anderes habe ich nun auch wieder Zeit und Musse. Gerade an den kirchlichen Feiertagen habe ich es vermisst, mal in mich zu gehen, einen Blick in die Bibel zu werfen oder gar zu beten. Für alles ist jetzt endlich wieder Zeit und es tut gut, wenn man sich bewusst machen kann, welches Ereignis man da eigentlich jeweils begeht. Natürlich könnte man die Tage auch noch gaaaaanz anders ausrichten; man könnte den Schwerpunkt weniger weltlich und mehr geistig ausrichten, man könnte alles viel kontemplativer ausrichten. Dafür, da will ich erhlich sein, sind wir uns in unserer glaubensmässigen Patchworkfamilie inhaltlich noch nicht nahe genug. Vielleicht wird das mit der Zeit besser .. ich will daran arbeiten. Aber, ich will an einem solchen Tag nicht jammern. Heute ist ein fröhlicher Tag, sowohl in der Familie als auch unter relgiösen Erwägungen.

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Mein persönlicher Karfreitag

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Gerade schlug ich mal die ursprüngliche Bedeutung des Wortes Karfreitag nach. Es kommt offenbar aus dem Althochdeutschen. Dort bedeutet „Kara“ soviel wie Klage, Kummer oder Trauer. Für protestantische Christen ist der Karfreitag der höchste Feiertag im Kirchenjahr. Unser persönlicher Umgang mit diesem Tag ist zwar still. Ansonsten leben wir aber eigentlich keine wirklich christlichen Traditionen mehr. Ich spüre nicht erst seit heute, dass mir in meinem Leben diesbezüglich etwas fehlt. Ich nehme mir vor, mehr darüber nachzudenken und meiner religiösen Spiritualität wieder mehr Lebensraum und -zeit zu geben. Vielleicht sollte ich dieses Thema auch in der Familie ein wenig mehr als in den letzten Jahren in den Vordergrund rücken. Zuerst muss ich aber herausfinden, was ich eigentlich will.