Gerade erst vor einer knappen Stunde sind wir vom ausgiebigen Frühstück aufgestanden. Einer noch jungen Tradition folgend gibt es an Feiertagen bei uns kein warmes Mittagessen mehr und ich stelle immer wieder fest, dass die zeitliche Neuordnung des Tagesablaufes nur Vorteile bringt.

Wir frühstücken etwas später am Tag und auch etwas mehr. Am späteren Nachmittag gibt es dann einen leckeren Kuchen und Kaffee. Abends essen wir relativ spät, meist erst so zwischen 20 Uhr und 20.30 Uhr. Es ist der kulinarische Höhepunkt des Tages. Natürlich, die weiblichen Mitglieder der Familie empfinden eher den Kuchen als den Höhepunkt und so hat jeder seine ganz persönlichen kulinarischen Einschätzungen, hihi. Seit wir die Feiertage inhaltlich derart entzerrt haben, macht wieder alles viel mehr Spass. Vorher war es sehr hektisch und man hatte, gerade auch wenn man Gäste hatte, kaum einmal die Chance, die Zeit mit den Menschen zu geniessen. Es war tatsächlich eine reine Hetzerei. Für noch etwas ganz anderes habe ich nun auch wieder Zeit und Musse. Gerade an den kirchlichen Feiertagen habe ich es vermisst, mal in mich zu gehen, einen Blick in die Bibel zu werfen oder gar zu beten. Für alles ist jetzt endlich wieder Zeit und es tut gut, wenn man sich bewusst machen kann, welches Ereignis man da eigentlich jeweils begeht. Natürlich könnte man die Tage auch noch gaaaaanz anders ausrichten; man könnte den Schwerpunkt weniger weltlich und mehr geistig ausrichten, man könnte alles viel kontemplativer ausrichten. Dafür, da will ich erhlich sein, sind wir uns in unserer glaubensmässigen Patchworkfamilie inhaltlich noch nicht nahe genug. Vielleicht wird das mit der Zeit besser .. ich will daran arbeiten. Aber, ich will an einem solchen Tag nicht jammern. Heute ist ein fröhlicher Tag, sowohl in der Familie als auch unter relgiösen Erwägungen.