Version Zwei. Ich sitze im Arbeitszimmer, arbeite ein wenig am Rechner, programmiere und schraube ansonsten gaaaanz sachte an meinem Weblog herum. Draussen regnet es vom Himmel herunter. Viele kleine Tropfen vermischen sich mit dem Dunst tiefhängender Nebelschwarden und der darüber schwebenden Wolken. Durch das offene Fenster dringt das vielfältige Gezwitscher der Vögel herein. In höheren Regionen scheint sich die Sonne unermüdlich einen Weg durch das Dickicht der Wolken und des Nebels bahnen zu wollen. Es ist diffus hell und beinahe ein wenig unwirklich. Die sonst so nahen Hügel des Odenwaldes sieht man kaum einmal und wenn doch, dann tauchen sie aus dem Nebel auf wie Lanschaften, die man eher auf anderen Planeten vermuten würde.

Ich fühle mich besser als zuletzt, doch wenn ich mich frage, woran dies liegt, dass es mir in den letzten Tagen eher schlecht ging und jetzt recht gut, dann weiss ich keine Antwort. Ich versuche auch erst gar nicht, den möglichen Ursachen zuuu sehr nachzufühlen. Allzu schnell würde ich eventuell in einer Grüblelei ohne Anfang und Ende versinken. Besser ist, die Aufhellung in meiner Seele zu geniessen und darauf zu hoffen, dass mir die aktuelle Stimmung noch ein wenig erhalten bleibt. Ich denke an Marc Cohn und seine CD Rainy Season. Als ich die CD damals entdeckt habe, ich sass eines Morgens in meinem Lieblingscafé direkt auf dem Campus und die Musik füllte leise aber intensiv den Raum, befand ich mich aus vollkommen anderen Gründen in einer ähnlichen Stimmung wie heuer. Damals hätte ich auch nicht gedacht, dass kurz nachher eine der schönsten Phasen meines Lebens beginnen würde. Wie schön wäre es, wenn es noch mehr Parallelen zu damals geben würde, denn dann stünde ich jetzt am Anfang einer guten Phase meines Lebens. Es wäre sooo schön, wenn sowas wieder und nochmal möglich wäre. Heute glaube ich, obwohl ich sonst ein extrem optimistischer Mensch bin, nicht mehr in jedem Augenblick daran, dass bessere Zeiten jederzeit beginnen können. Dabei braucht es manchmal nur einen Gedanken ..