Heute hatte ich mir gleich morgens einen schönen frischen Cino gekocht. Ich fing dann beinahe unbewusst an, meine alten Platten zu durchstöbern. Diese hatte ich erst vor einigen Tagen aus dem Exil eines räumlich weit entfernten Zimmers zu uns in den 2.OG geholt. Immer wieder laufe ich jetzt an den Platten vorbei, nehme mir manchmal eine von ihnen sorgsam aus dem Regal und betrachte sie genau. Früher war sicher nicht alles besser, aber für die Menschen, die Plattencover designed haben, waren die Zeiten vor der CD sicher deutlich schöner als es die Zeiten heute meist sind. Die CD-Booklets sind einfach zu klein. Abgesehen von dem Hang zum billigen produzieren kann man mit einem kleinen Format einfach weniger anfangen. Meine Sinne fühlen sich jedenfalls oft nicht mehr wirklich positiv angesprochen. Manchmal hilft die Haptik ein wenig. Ich meine, gutes Papier oder sogar kartoniertes Papier bringt manchmal etwas, ist aber natürlich auch kein Allheilmittel. Fazit: Remember the times ..

.. ich bin in diesen Tagen ganz besonders anfällig für melancholische Augenblicke und Sequenzen. Wenn ich eine meiner alten Platten in die Hand nehme, sind damit sofort bestimmte Bilder verbunden, Erlebnisse erscheinen beinahe plastisch vor meinem inneren Auge. Natürlich lebe ich im Hier und Jetzt und das ist auch gut so. Dennoch werde ich mir immer bewusster, dass ich seit einiger Zeit auch eine Vergangenheit habe. Übrigens, auch das ist gut so, denn ich finde es wichtig zu wissen, woher ich komme. Erst wenn ich dies genau weiss, kann ich auch wissen, was in der Zukunft gut ist für mich.