Alle Artikel des Monats: Juni 2006

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Braunbären in Deutschland. Ein Hirngespinst

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Fast könnte man sagen, dass man sowas hat kommen sehen. Ich fühle mich ohnmächtig. Die ganze Zeit über denke ich, dass man etwas tun hätte sollen. Andererseits denke ich beispielsweise an junge Eltern, die Angst um ihre kleinen Kinder haben. Und dennoch: Wieso schaffen wir einfach nicht, was doch woanders in der Welt ganz selbstverständlich funtkioniert? Namentlich meine ich beispielsweise das Nebeneinander von Mensch und Tier. Nein, ich meine keine Tiere, die man im Zoo besucht. Bruno gab uns, indem er in unsere ach so überzivilisierte Welt tapste, eine Chance und wir haben diese Chance leichtfertig vertan. So empfinde ich das. Natürlich hätte auch ich zunächst Angst gehabt, mit einem Bären als Nachbarn zu leben und doch: man hätte sich doch sicher darauf einstellen können. In jedem Fall hätte es einen anderen Weg geben müssen! Töten, immer nur töten! Es wäre die Chance gewesen, mehr Vielfalt zu leben und es wäre auch die Chance gewesen, sich mit seinen Ängsten auseinander zu setzen und diese nicht mit einem lauten Knall zu verscheuchen. Es war eine Chance und wir haben das noch nicht einmal begriffen.

Jetzt wollen sie ihn ausstopfen und in ein Museum stellen. Klar, für ein Geschäft ist es niemals zu spät und am kommenden Sonntag sitzen sie dann wieder alle in der Kirche und hinterher, am Stammtisch, wird wieder viel fabuliert über den Verfall der Sitten und das Vergessen der alten Bräuche. Natürlich vergisst man dort am Stammtisch spätestens nach dem ersten Weissbier, dass man früher vor allem darauf angewiesen war, sich mit der Natur zu arrangieren. Man konnte gar nicht GEGEN sie leben, man musste MIT ihr leben.

Ich denke an Bruno, denke immer wieder an diese grosse Chance, die nun leichtfertig und ohne Not vertan wurde. Ich bin traurig und auch ein bisschen wütend ..

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Literaturhaus Frankfurt: Matthias Beltz und seine gesammelten Untertreibungen

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Hintergründiger, tiefschwarzer Humor. Das letzte Mal habe ich Matthias Beltz im Hauptbahnhof in Frankfurt gesehen. Er strebte eiligen Schrittes und mit einem grob karierten Sakko bekleidet durch die Bahnhofshalle in Richtung S-Bahn.

Und auf der Bühne? Da war er zuhause. Ich sah ihn aber auch sehr oft im Fernsehen, bestaunte seine messerscharfen Pointen und habe ihn auch ab und an als Gast in Talkshows gesehen. Er war stets gewitzt und brachte die Menschen mit Leichtigkeit dazu, dass sie Tränen in den Augen hatten vor Lachen. Jetzt hat das Literaturhaus Frankfurt ein Zimmer für Matthias Beltz eingerichtet. Darin finden sich Preziosen wie beispielsweise ein altes Veranstaltungsposter vom legendären „Karl Napp’s Chaos Theater“. Darüber hinaus kann man sich Bücher aus dem Privatbesitz anschauen, zwischen deren Seiten der Kabarettist selbst verfasste Notizzettel plaziert hat. Man findet private Hör- und Videokassetten. In diesem Zimmer, in dem man Beltz immer wieder zu spüren glaubt, findet man aber auch Überraschendes. So würde man sicher kaum darauf kommen, dass der am meisten vorkommende Autor in der privaten Bibliothek von Matthias Beltz Ernst Jünger ist. Beltz schafft es eben bis heute, uns immer wieder neu zu überraschen.

Für Menschen, die Frankfurt abseits der touristischen Pfade erkunden wollen, ist der Besuch des erst kürzlich umgezogenen Literaturhauses ohnehin ein MUST. Freunde von Matthias Beltz haben nun endlich einen Ort, an dem sie den Menschen Matthias Beltz erspüren und auffinden können. Bravo.