Hans Magnus Enzensbergers Essay „Schreckens Männer. Versuch über den radikalen Verlierer“ wird aktuell teilweise heftig angegangen. Zumeist kann ich gar nicht recht nachvollziehen, woher die Vehemenz in der Besprechung des Essays kommt. Ob es die F.A.Z. ist oder die Zeit, jedermann weiss es besser, alle schreiben sie, kurz gesagt, von groben Vereinfachungen, die nicht statthaft wären und die H.M. Enzensberger begannen haben soll und überhaupt sei das doch alles nicht neu, was er da schreiben würde. Da werden dem Autoren falsche Schlussfolgerungen unterstellt und gleichzeitig wird so getan, als hätte er versucht, mit seinem kleinen Traktat die Weltformel in Sachen Terrorismus-Erklärung zu liefern. Innerlich muss ich ein wenig lachen, als ich nun ein Interview lese, in dem Enzensberger selbst seinen Rezensenten indirekt empfiehlt, mal die Bedeutung des Wortes Essay nachzuschlagen. Wohl wahr! Dabei möchte ich Enzensberger gar nicht in Schutz nehmen. Er braucht mich nicht, um seinen Kritikern zu antworten. Ich will aber dennoch darauf hinweisen, dass es auch eine, aus meiner Sicht, sachliche Kritik gibt, die ebenfalls Details des Essays kritisch beleuchtet, die aber auch skizziert, warum manchmal eine Pointe mehr leistet als ein Differenzierung. Gut gebrüllt, Martin Mayer von der Neuen Zürcher Zeitung!