Ich mag es, wenn man sich mit Themen auch abseits von Schlagwörtern und kurzen Zusammenfassungen befasst. Heute muss irgendwie alles kurz sein und oft sieht man deutlichen Unmut im Blick der Menschen, wenn man ihnen zumutet, mehr als einen kurzen Augenblick zu opfern, um sich mit einem einzigen Thema auseinander zu setzen.

Gerade eben fand ich beim Zuender einen Bericht über den Berliner Stadtteil Wedding. Obwohl dieser Beitrag zwar nicht kurz, aber eben doch auch nicht episch lang ist, vermittelt er ungewöhnliche Stichworte und Inhalte. Er lässt andere Menschen zu Wort kommen als diejenigen, die man beispielsweise aus Polit-Talkrunden kennt. Ohnehin scheint es mir so zu sein, dass diese Talkshows nur dem einen Zweck dienen, dass Leute über Dinge, die sie eigentlich gar nicht interessieren, wortreich und ergebnislos reden. Am Ende der Sendung weisst meist ein kurzer Hinweis darauf hin, was das Thema der kommenden Sendung sein wird. Natürlich sind keine Probleme gelöst und eigentlich hat man auch nicht mehr verstanden als vorher. Dagegen vermittelt die Reportage des Zuender direkte, konkrete und menschliche Eindrücke. Da entsteht das Bild eines lebendigen Stadtteils, der zwar seine Probleme hat, aber eben auch lebenswert ist und vielleicht sogar den einen oder anderen Besuch lohnt. Besucht die Site des Zuender und hört mal rein! Vielleicht habt ihr ja anschliessend sogar Lust, beim nächsten Berlinbesuch mal den Wedding zu erkunden. Viel Spass!