Alle Artikel des Monats: März 2007

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Darkroom. Eine Schreibhilfe

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Entdeckt habe ich Darkroom nicht selber, ich bin vielmehr durch einen Blogbeitrag von Martin Gommel auf die Software aufmerksam geworden. Darkroom ist eine kleine Software, mit deren Hilfe man Texte schreiben kann. Sie ist bewusst simpel gehalten. Man sieht nach dem Aufrufen nur ein weisses Blatt Papier, einen einfarbigen Hintergrund und sonst nichts. Alles andere ist ausgeblendet. Man kann sich voll auf das Texten konzentrieren.

Ich muss zugeben. Zuerst habe ich nachgedacht, wozu diese Software nun eigentlich gut sein sollte. Ansonsten schreibe ich meine Texte entweder via BlogDesk oder via OpenOffice. Das hängt mehr davon ab, wie umfangreich die Texte sind und wie stark sie einer andauernden Nacharbeit bedürfen. Nach einigen Tagen Gebrauch muss ich Darkroom aber attestieren, dass man tatsächlich weniger abgelenkt ist. Das kann zwar auch bedeuten, dass man eine Email, die man erwartet, übersieht. Generell ist das Arbeiten aber sehr angenehm. Ich kann Darkroom mittlerweile allen Leuten, die Texte erzeugen wollen oder müssen, wirklich empfehlen. Übrigens: Darkroom ist nur eine PC-Variante einer Software für den Mac, die WriteRoom heisst.

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Informationsquellen. Der Versuch, eine Passion zu erklären

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Schon seit deutlich mehr als 15 Jahren nenne ich mich selber einen bekennenden Informationsjunkie. Ich will damit bekunden, dass ich sehr sehr gerne gut informiert bin. Eigentlich ist es sogar mehr als das. Man könnte sagen, dass ich mich nicht gut fühle, wenn man mir den Zugang zu Informationen entzieht. Ich fühle mich dann geradezu körperlich unwohl.

Angeregt durch Johannes habe ich, wie offenbar einige andere auch, darüber nachgedacht, woher ich eigentlich meine Informationen bekomme. Was sind meine Quellen? Gerade erst vor einigen Tagen habe ich, was ich regelmässig mache, meine gesammelten Bookmarks neu geordnet, weil da regelmässig soviel Neues dazu kommt, dass es schon einmal passiert, dass bestehende Ordnungsideen vom Leben überholt werden. Bei der Neuordnung fiel mir auf, wie sehr ich schon seit längerer Zeit überhaupt nicht mehr danach sortiere, ob die Quelle ein Blog ist, die Website eines Fernsehsenders oder der Webauftritt einer Zeitung. Lustigerweise veröffentlichte gerade heute morgen Anke Gröner einen Artikel, der sich ebenfalls mit dem Thema Quellen befasst und erst gestern las ich auch das Interview von Lyssa und Stefan Niggemeier in der taz. Genau wie diese drei Protagonisten der deutschen Blogszene verliert sich auch bei mir immer mehr, woher ich meine Information habe. Wichtig ist, dass ich die Quelle als glaubwürdig ansehe, dass Autoren sympathisch sind und kompetent und das Informationen aktuell und frisch sind. Gerade die letzten Parameter sprechen extrem für Blogs, denn Neuigkeiten verbreiten sich hier, so hat man manchmal den Eindruck, schneller als über Nachrichtenagenturen.

Blogs vs. Websites von Zeitungen

Für mich stellt sich die Frage, ob ich Nachrichten in der Zeit finde, sie bei ZEIT Online lese, ich sie bei der Printausgabe des Spiegel finde oder doch auf SPON oder ob ich Neuigkeiten einfach aus einem Blogbeitrag erfahre, gar nicht mehr wirklich, weil sich herauskristallisiert, dass je nach Thema entweder die erste Wahl darstellen oder eben Websites von Zeitungen/Zeitschriften. Wenn ich mich beruflich informieren will, dann gibt es beinahe nichts besseres als tagtäglich Blogs zu lesen. Die Informationstiefe ist oft ungleich höher als in Zeitschriften. Natürlich liegt dies auch daran, dass sich Blogs meist monothematisch mit einem einzigen Thema auseinandersetzen (dürfen), während schon IT-Magazine einen breiteren Zuschnitt haben (müssen). Blogs sind subjektiv und wollen meist auch gar nicht objektiv sein. Das unterscheidet sie zusätzlich von seriösen Zeitungen. Natürlich könnte man eine getrennte Mediendiskussion lostreten, ob die heute vorherrschenden grossen Massenmedien wirklich noch bemüht sind, objektiv zu berichten, aber das wäre dann eine andere Tasse Tee.

Fazit

Für mich gibt es gute und nicht so gute Quellen. Dabei findet sowas wie eine qualitative Auswahl statt, die sich bei mir einfach über das Lesen von Beiträgen/Artikeln ergibt. Parameter sind Relevanz, Aktualität, Sympathie. Ich habe auch das Gefühl, dass die angebotene Informationsvielfalt noch nie so gross war wie sie das in unseren Tagen ist. Das mag aber einfach ein subjektiver Eindruck sein, den ich nicht empirisch beweisen kann.

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China. Eine ungewöhnliche Annäherung

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China ist prall, China ist manchmal wahnwitzig unterschiedlich. In China lebt Jahrtausende alte Tradition direkt neben der Welt des 21. Jahrhundert. Für uns Europäer ist China oft scheinbar unbegreifbar. Will man Einblicke erhaschen, dann macht sich auf der Suche nach Informationen schnell Frustration breit. Zumindest geht das mir häufig so. Wenn es um China geht, ist die Berichterstattung, vorsichtig ausgedrückt, sehr einseitig. Berichte transportieren stupide immer gleiche Bilder und Metaphern. Je nach Quelle handeln die Geschichten von undemokratischen Strukturen, sie handeln von der unbeweglichen kommunistischen Führung, es wird natürlich und zurecht auch berichtet von Menschenrechtsverletzungen, es wird Angst geschürt vor dem schlafenden wirtschaftlichen Riesen China. Kurz: Es wird Angst gemacht. Über den Alltag der Menschen erfährt man wenig. Andere Blicke erhascht man selten. Normalität findet medial einfach nicht statt. Dabei kann man doch häufig ganz besonders gut im Alltag sehen, wie Menschen leben, wie sie zusammen leben, was sie denken, was sie fühlen und was sie antreibt und wie es ihnen generell geht und möglichwerweise auch, was ihnen wirklich fehlt.

Juli Zeh schreibt über Peking

Erst gestern entdeckte ich einen Artikel von Juli Zeh. Sie schreibt über Eindrücke einer Reise nach Peking. Sie schildert Erlebnisse, betont beinahe permanent, wie unsicher sie es macht, dass ihre Erfahrungen so gar nicht zu dem passen, was man uns meist scherenschnittartig und in strengem schwarz-weiss Modus der Medienwelt über China berichtet. Juli Zehs Reiseeindrücke sind erfrischend, sie tun gut und sie ermöglichen es endlich einmal, andere Eindrücke als die immer gleichen zu erlangen, von denen man sonst liest, hört und sieht. Juli Zeh beschreibt, wie ihre durch den Westen festgefügten Ansichten über China, gerade auch die Ansichten zum offiziellen China, wie diese Gedanken auf dieser Reise manchmal in völlige Unordnung geraten.

Unordnung ist manchmal sehr gut

Mir gefällt der Artikel extrem gut. Ich will, genauso wenig wie Juli Zeh, verschweigen, dass es in China Menschenrechtsverletzungen gibt und ich will auch nicht verschweigen, dass es Zensur gibt. Ich finde den Artikel trotzdem gut und kann ihn nur zum Lesen empfehlen, weil er anregt, einmal gewohnte Denkpfade zu verlassen und neue Ansätze zu verfolgen. Eine gewisse Beweglichkeit im Denken und allgemein in der Meinungsfindung kann uns allen nicht schaden. Wer jetzt neugierig geworden ist, der findet Juli Zehs Artikel hier. Viel Spass beim Gewinnen neuer Ansichten!