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Schwarzer Tee, Frankfurt und das wundervolle Ende eines Tages

Freitag Abend. Müde gehen wir nach einem schönen Tag in Frankfurt in Richtung Parkhaus. Wir haben Hunger, wollen aber eigentlich nicht mehr klassisch »einkehren«, suchen stattdessen nach etwas Unaufgeregtem, etwas Nettem, Praktischen. Wir laufen gerade über die Kaiserstraße und sehen ein relativ neues türkisches Restaurant. Hmm, eigentlich ist es mehr eine Bar, ist modern eingerichtet, man atmet Lounge-Charakter, der Raum ist sehr hoch und relativ nackt. Es sieht gut aus, vielleicht ein wenig ungewöhnlich für ein türkisches Restaurant.

Drinnen erwartet einen eine lange Theke, darunter befinden sich frische Zutaten zu klassischen türkischen Gerichten. Es gibt Döner, es gibt viel Salate und Gemüse, es gibt Reisgerichte, es gibt — natürlich — wunderbar ausschauende Süßigkeiten. Alles sieht sehr frisch aus. Mich bekommt man heute aber eher mit etwas Herzhaftem. Ein freundlicher junger Mann fragt nach, was man denn gerne essen wollen würde. Wir schauen, orientieren uns, bestellen und werden mit einem Lächeln dazu aufgefordert, uns einen schönen Platz auszusuchen. Erst jetzt bemerkt man die Größe der Räumlichkeit. Der vordere Bereich ist entreeartig. Das gesamte Lokal ist rechteckig, schlauchartig. Wir suchen uns einen schönen Zweiertisch, nehmen Platz auf gemütlichen Stühlen und einer lederbezogenen Endlos-Bank. Alles wirkt modern und doch gediegen. Schöne Lichtimpressionen zaubern eine warme Stimmung in den großen Raum. Man könnte sagen: Türkisches Leben in Deutschland. Next Generation. Man kann aber auch einfach sagen: Türkische Gastfreundschaft, wie man sie jetzt in immer mehr gastronomischen Betrieben erleben kann. Schon nach wenigen Augenblicken ist eine freundliche Bedienung da und fragt nach, was wir denn trinken wollen. Wir bestellen und ich lasse mich fallen in diese extrem angenehme Atmosphäre. Wir unterhalten uns, essen beide so eine Art Döner, der allerdings nicht in der üblichen Pide daher kommt, sondern in einem omeletteartigen Gewand serviert wird, wie man es sonst eher vom klassischen Lahmacum kennt. Kurze qualitative Einordnung: Hjamm hjamm. Nach dem Essen bleiben wir noch ein wenig und bekommen wunderbaren schwarzen türkischen Tee angeboten, der den kulinarischen Teil des Abends perfekt abrundet.

Mein Fazit: Wir sollten viel öfter die Türkei besuchen. Das macht unendlich viel Freude, besonders wenn man türkische Küche und Gastfreundschaft so interpretiert, wie es das Doy Doy tut.

Doy Doy, Bar, Restaurant. Kaiserstraße 53, Frankfurt am Main. Tel.: 069 27 107 999