„Gerade las ich auf ZEIT Online einen Artikel aus der Rubrik Karriere/Beruf. Der Artikel erzählt die Geschichte einer Umweltaktivistin, die für den WWF arbeitet. Die Autorin gibt eine Aussage der Aktivistin wie folgt wieder:

Aber um die Zerstörung der Erde wirklich zu stoppen, müsste der Mensch aufhören, nach Profit und Fortschritt zu streben. Meint sie wirklich, dass der Mensch zu so großen Schritten der Veränderung bereit ist? Dass der Kern ihrer Botschaft ankommt? »Eigentlich nicht.«

Ich horche auf, wenn ich lese, dass wir aufhören müssen, nach Profit und Fortschritt zu streben. Beim Begriff des Profit bin ich sofort einer Meinung. Wenn ich aber an den Begriff Fortschritt denke, so möchte ich der WWF-Mitarbeiterin unwillkürlich ins Wort fallen und möchte nachfragen, ob wir also wirklich aufhören sollten, fortschrittlich zu sein? Vielleicht kann man an diesem Ausspruch aber auch feststellen, wie sehr sich die (Be)deutung des Begriffes Fortschritt verändert hat. Es gab eine Zeit, in der dieser Begriff bzw. der dahinter stehende Inhalt von allen Menschen als etwas Positives angesehen wurde. Seit einiger Zeit hat sich das verändert. Es gilt schon als Fortschritt, wenn eine Firma ihren Umsatz steigern konnte und vor allem mehr Gewinn macht. Dass bei der Erreichung solcher (angeblich positiver) Ziele immer öfter Menschen auf der Strecke bleiben, hat auf lange Sicht folgerichtig Einfluß darauf, welche Bedeutung man Begriffen zubilligt. Ich finde, wir alle sollten wieder mehr darauf achten, welchen Fortschritt wir wollen, denn an sich ist Fortschritt doch etwas Positives. Wir sollten uns diesen Begriff und die positive Utopie, die dahinter steht, nicht von Menschen und Organisationen wegnehmen lassen, die anderes im Sinn haben bzw. die gar nicht bis zuende bedenken, welche Folgen ihr Tun auf lange Sicht hat.