Schon vor einiger Zeit habe ich mir die Taschenbuchausgabe von Orhan Pamuks Der Blick aus meinem Fenster schenken lassen. Schon das erste Blättern lies in mir große Vorfreude aufkommen. Seit einigen Wochen begleitet mich das Buch nun immer dann, wenn ich unterwegs bin. Orhan Pamuks Essays sind Beleg dafür, dass der Autor nicht unbedingt die lange Strecke braucht, um den Leser zu faszinieren. Vielmehr kann man, nein, muss man automatisch zum Verehrer der Literatur Pamuks werden, wenn man beispielsweise Lauter bunte Knöpfe in einer alten Nähschachtel liest. Darin wird eine kleine Anekdote aus der Kindheit des Autors geschildert, man wird einerseits in den Alltag einer türkischen Familie eingeführt, die sich am Westen orientiert und andererseits erhält man fast schon intime Einblicke in das Leben der mystischen Stadt Istanbul. Das Lesen der Geschichten zieht mich immr schon nach wenigen Worten in eine andere Welt. Und dabei ist es gar nicht wichtig, ob ich im Autohaus meines Vertrauens darauf warte, dass man mir die Sommerreifen auf meinen Wagen zieht oder ob ich mehrere Geschichten lesen kann, weil ich im Zug unterwegs bin und eine kleine Stunde Zeit am Stück habe. Orhan Pamuk schickt mich in Der Blick aus meinem Fenster regelmäßig auf höchst interessante Reisen in die geliebte Fremde.