Alle Artikel des Monats: August 2010

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ICONS. Die besondere Reihe vom TASCHEN Verlag

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ICONS TASCHEN "Barcelona, Restaurants & More"

Bild: TASCHEN Verlag

Als wir neulich mal wieder einen kleinen Stadtbummel machten, führte mich mein Weg natürlich auch zum Buchhändler meines Vertrauens. Ich stöberte durch den Laden und mein Blick fiel auf einen Tisch mit besonderen Bildbänden. Ich lief hin und sah auf Titel wie Berlin Style oder Brussels Style, Paris Style uvm.. Ich nahm mir unwillkürlich eines der Bücher (Brussels Style), setzte mich auf einen Sessel und versank dann gleich nach dem Bestellen eines großen Latte Macchiato vollkommen in die wunderschönen Bilder, aber auch in das für einen Bildband ungewöhnliche Buchformat. Die Bände sind quasi Bildbände im Taschenbuch Format. Ich finde die Idee, das Format für einen Bildband relativ klein zu halten, wirklich hervorrgagend. Natürlich tut es Bildern normalerweise gut, wenn man sie in Bildbänden und Kunstbüchern groß präsentiert. Andererseits macht genau diese Überlegung das Angucken und Lesen der Bände wirklich ziemlich schwierig. Einfach so mitnehmen auf einen Zugfahrt oder einen Flug mag ich solche Brocken auch nicht. Ein ICONS Band passt wunderbar in meine Daypack-Tasche. Sie wiegt nicht so viel wie ein großer Band und ist eben auch vom Format her recht kompatibel.

Ein paar Fakten zur Reihe

Als ich wieder zuhause war bzw. im Hotel, nahm ich natürlich gleich mal das Notebook zur Hand und habe ein wenig recherchiert. Die ICONS Reihe gibt es tatsächlich schon eine ganze Weile. Die Bände werden (leider) offensichtlich gerade abverkauft. Der Vorteil ist, dass man pro Band nicht mehr als 7,99€ berappen muss. Nachteil ist sicher, dass man sich ein wenig beeilen muss, wenn man noch aus einer großen Auswahl von Titeln wählen will. Neben der Style-Reihe finden sich auch Titel wie Cool Restaurants Brussels, Barcelona, Restaurants & More und viele weitere Titel und Themenrubriken mehr. Für alle Freunde von Bildbänden und Kunstbüchern ist diese TASCHEN Reihe ein absolutes Muss.

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Kubuntu. KDE. Und überhaupt

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Ich habe meine Liebe zum KDE Desktop entdeckt. Lange Zeit hat mich eine Winzigkeit davon abgehalten, KDE mindestens testweise auf meine Rechner zu spielen. Namentlich das Rendern der dargestellten Texte war auf meinem Test-Rechner lange Zeit nicht zufriedenstellend. Ein wenig fummeln hat jetzt (endlich!) wirklich tolle Lösungen gebracht.

Was ist anders?

Gegenüber Gnome zeigt KDE eine Optik, die grob gesagt eher an Windows erinnert. Ich meine das nicht negativ, sondern will nur Unterschiede beschreiben und beziehe mich ja ohnehin vor allem auf Ausgangs-Designs, denn: Natürlich kann man sich die Oberfläche absolut so hinbauen, wie man dies möchte. KDE nutzt eine Desktop-Umgebung, die Plasma heisst. Der Name sagt schon viel über die Optik aus. Durchsichtige Hintergründe schaffen ein helles und freundliches Umfeld. Die zur Grundausstattung gehörenden Wallpapers schauen meiner Meinung nach (zum ersten Mal seit ich Gnome nutze) schicker aus als beim Komkurrenten Gnome.

Ich nenne es herumspielen

Ich nutze die Desktopumgebung erst seit einigen Tagen. Noch ist nicht alles von mir selber eingestellt. Vieles schaut aber optisch schon prima aus und ist auch funktional richtig positioniert (möglichst wenig Klicks führen mich an das jeweils angestrebte Ziel). Ich bin jedenfalls gespannt, wohin mich meine Reisen durch das KDE Land noch führen werden. Schaun mer mal. ;-)

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Christoph Schlingensief ist tot. Man konnte, nein, man mußte damit rechnen. Und doch ..

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Als ich es gestern gehört habe, war ich erstmal wie vor den Kopf geschlagen. Ich hatte zuletzt einige Interviews mit Schlingensief angesehen. Mal wurde er alleine befragt, mal saß er zusammen mit Elke Heidenreich vor dem Frager, hörte Fragen an, antwortete mal engagiert, mal beinahe abwesend wirkend, mal mit dem Blick auf Elke Heidenreich Hilfe suchend. Ich war damals sehr beeindruckt und habe erst damals eine wirkliche Beziehung zu ihm knüpfen können. Vorher standen da die Daten eines Lebens. Man nahm sie wahr wie man viele Eindrücke wahrnimmt von Leuten, denen man temporär begegnet. Ich hörte und las seinerzeit von seiner Parsifal-Inszenierung, ich las und hörte auch von seinem Afrika-Projekt und natürlich las ich auch von den letzten Arbeiten.

Der junge Christoph Schlingensief war für mich nicht immer einfach zu ertragen. Gerade ganz am Anfang seiner Laufbahn wirkten seinen lauten Aktionen, seine Provokationen ja genau so: provozierend. Ich habe manches Mal nachgedacht, ob da jemand nur seinem Platz im Leben sucht oder ob es ihm ernst ist mit seinen Aktionen und mit seinen Inhalten. Mehr und mehr hatte ich über die Jahre den Eindruck, dass es ihm ernst war und was in jungen Jahren manchmal noch wirkte wie reine Pose, das wurde mit den Jahren stärker, ursprünglicher. Ich hatte den Eindruck, dass Christoph Schlingensief zu sich selber fand. Sein Wirken in der Öffentlichkeit war dagegen anders geworden. Ich las Interviews, in denen es um Inhalte ging und nicht darum, das Gegenüber auf Teufel komm heraus zu provozieren. Der junge Wilde war Teil des kulturellen Establishments geworden. Allerdings und das ist mir wichtig: Ich empfand ihn in diesen erwachsenen Jahren niemals als Kulturfutzi. Er sprach niemals über Dinge und man hatte sofort den Eindruck, da mache Jemand was, um dazu zu gehören oder um auch einmal zu diesem oder jenem Thema etwas gesagt zu haben. Er maßte sich nie an, sich wirklich in das Leben eines armen Menschen hinein zu versetzen, war stattdessen immer mehr ein zutiefst von echter Empörung angetriebener. Er bezog Stellung, er hatte eine Haltung. Das machte ihn mir sehr sympathisch. Ich bin jetzt, am Ende, ein großer Bewunderer und bleibe, nach seinem Tod gestern, sprachlos zurück und schockiert. Möge er einen Frieden finden und Ruhe.