Hannelore Kraft für NRW. Die alte SPD und die neue SPD. Wahlgedanken

Nein, ich bin keineswegs versöhnt mit der SPD. Und doch habe ich mich gestern sehr gefreut für NRW und ich habe mich wirklich sehr gefreut für Hannelore Kraft. Wie kommt das?

Wer hat da eigentlich gewonnen?

Die Frage, wer da gestern eigentlich gewonnen hat, scheint im ersten Augenblick sinnfrei zu sein und doch lohnt sich ein zweiter Blick. Die Menschen haben nämlich nach meinem Eindruck erst in zweiter Instanz die SPD gewählt. Sie haben vor allem Hannelore Kraft gewählt, die ihren Wahlkampf mit einem eindeutigen Bekenntnis zu ihrer Heimat NRW geführt hat und zu den Menschen. Die Partei SPD bleibt die Partei, die Hartz IV eingeführt hat und die Rente mit 67 Jahren. Hannelore Kraft ging in den letzten zwei Jahren einen Weg, der auch ein Weg für die gesamte SPD sein könnte. Sie betonte alte ursozialdemokratische Werte und lebte diese auch vor. Und sie enthielt sich, wenn es darum ging, dass die aktuellen SPD-Granden versuchten, inhaltlich im neoliberealen Teich der anderen Parteien zu fischen. Die Menschen sehen das und haben das honoriert.

Die Zukunft der SPD

Meiner Meinung nach konnte man sich gestern eindrucksvoll anschauen, mit was die SPD Erfolg hat. Es ist das Eintreten für die Menschen und es ist nicht Politik für Zielgruppen. Würde sich die große alte Dame darauf besinnen, dann bin ich überzeugt, dass sie alte und neue Wähler (zurück)gewinnen könnte. Natürlich darf Programmatik keine Verhandlungsmasse sein. Man darf nicht nach der Wahl anderes tun als man vorher angekündigt hat. Auch das ist etwas, dass die SPD wieder lernen muss. Manchmal ist Oppsosition besser als Regierungsverantwortung. Inhalte sollten dafür Pate stehen, ob man in die Opposition geht oder ob man sich an einer Regierung beteiligen will. Machterhaltsgedanken sind ein schlechter Ratgeber.

Wunschvorstellung(en)

Ich würde mir wünschen, dass sich die SPD genau und mit offenem Blick anschaut, warum Hannelore Kraft die Wahl gewonnen hat und mit welchen Inhalten und Haltungen. Die SPD kann den Facharbeiter vertreten, der tagtäglich bei Thyssen, Ford oder anderswo sein Geld verdienen muß und sie kann genauso interessante Angebote schnüren für den jungen Selbstständigen. Dem jungen Selbstständigen muß man aber klarmachen, dass die Marktwirtschaft für die Menschen da zu sein hat und wir nicht alle für den Markt da sind. Soziale Marktwirtschaft war gestern und ist ganz eindeutig auch das Erfolgsmodell für die Zukunft.

Veröffentlicht von

Markus

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2 Gedanken zu „Hannelore Kraft für NRW. Die alte SPD und die neue SPD. Wahlgedanken“

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