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Politik 2013: Über Markenkerne und Glaubwürdigkeit

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Sie hat längst begonnen, die schauderliche Zeit des Wahlkampfes. Noch hässlicher als ohnehin schon wird es, wenn einem interne Papiere von Parteien unter die Augen kommen. Seltsame Dinge gehen da in diesen Tagen vor sich. Ich lese alte neue Begrifflichkeiten. Manche wirken im Kontext geradezu komisch, andere jagen mir Schauer über den Rücken. Wenn es da zum Beispiel um den Markenkern einer Partei geht, dann wird mir jedes Mal aufs Neue schlecht.

Glaubwürdigkeit, Werte und eine Haltung wäre, was ich mir wünschen würde. Vor allem würde ich mir wünschen, dass sich sowohl Kandidaten als auch ihre Parteien auf den langen und zugegeben mühsamen Weg machen, um sich diese Charakterisierungen zu verdienen. Aber, man geht lieber die Abkürzung, lässt sich beraten und glaubt viel zu oft denen, die einen einfachen Weg vorschlagen. Wie kann ich für den Wähler glaubwürdig wirken (auch ohne es zu sein)? In diesem Kontext packen PR-Strategen und Berater einen Ausdruck aus, der schon beinahe vergessen schien. Ich lese in diesen Tagen wieder überraschend häufig von der sozialen Marktwirtschaft. Aber, liebe Leute, seid auf der Hut, dass man euch nicht einlullt mit alten neuen Begrifflichkeiten. Allzu oft finden sich hinter diesen schönen Wörtern keine entsprechenden Inhalte. Dabei wäre es doch allerhöchste Zeit, um sich auf einen anderen Weg zu machen, einen besseren und solidarischeren Weg. Aber dieser Weg ist nicht einfach zu gehen und beim Beschreiten dieses Weges sind Begrifflichkeiten wie der Markenkern vollends entbehrlich. Noch entbehrlicher sind Menschen und Parteien, die glauben, man könne ohne Schmerzen, Verlust und Anstrengung ans Ziel kommen. Fast zufällig denke ich an den Rattenfänger von Hameln. Komische Assoziation, die ich da habe, oder?

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»Four More Years«

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Die Wahlen nachts live angesehen. Mein Euphorie in Sachen Barack Obama ist weitestgehend verflogen. Und doch ist er die richtige Wahl, gerade unter den beiden zur Verfügung stehenden Kandidaten. Und irgendwie habe ich doch noch die Hoffnung, dass er in seiner zweiten Amtszeit mehr von dem verwirklicht, was uns einst so begeistert hat in Bezug auf ihn. Salman Rushdie bringt meine aktuelle Haltung Obama gegenüber auf den Punkt:

Four years ago it was a feeling of joy. This time the main feeling was relief that we don’t have to wake up tomorrow in Romney’s America.

Zitat: Salman Rushdie, am 7.11.2012 zur Wiederwahl Barack Obamas. Via Twitter

Vielleicht kann uns Obama ja aus dieser ernüchterten Sichtweise heraus doch noch überraschen. Seine Dankesrede schürt Hoffnungen. Ich bin sehr gespannt.