Windows (8) und ich. Eine Annäherung

Manchmal muss man sich ja eine Weile aus dem Weg gehen. Das haben wir getan, Windows und ich. Seit mehr als sechs Jahren habe ich, außer dem Firmenrechner meiner Freundin, kein Windows betriebenes Endgerät mehr in der Nähe. Alle Computer im Haus laufen mit Linux. Was quasi als reines Ubuntu-Haus anfing, ist derweil eine Mischung aus Ubuntu, Fedora und CrunchBang Haus geworden. Mein Liebling ist Fedora, aber ich mag auch CrunchBang sehr gerne. Ubuntu ist nur noch auf dem Notebook meiner Schwiegermutter installiert. Das ist der Gewöhnung geschuldet, denn sie hat genug damit zu tun, das das Notebook tut, was sie will.

Windows 8. Entwicklungsvision(en)?

Als man seinerzeit las, wie Windows seinen Nachfolger für die Version des guten Windows 7 aussehen lassen will, war ich zuerst irritiert, dachte dann ein wenig darüber nach, las viel und wurde im laufe der Zeit immer neugieriger. Als die ersten Entwickler-Previews vorlagen, habe ich sie mir angesehen. Und anders als ich es erwartet hatte, fand ich nichts zum Meckern. Ich klickte mich durch, bestritt Arbeitstage mit dem System, fand heraus, dass ich meinen Workflow anpassen sollte, damit ich Windows 8 auch effektiv nutze, tat das und arbeitete wieder weiter, passte noch ein wenig an, lernte mehr über das Bedienkonzept und viel schneller als ich dachte, hatte ich mich eingeschossen. Was mich selber am meisten überraschte: ich fand gut, was ich vorfand.

 
Windows 8 Pro. Das Finale. Die Realität. Und meine Neugierde. Seit Oktober ist Windows 8 nun veröffentlicht. Ich wollte es gleich testen, hatte aber keine Zeit. Endlich, Ende Dezember, kam ich dazu. Ich lud es mir herunter, kaufte mir eine Upgrade-Lizenz und habe seit dem 30.12.2012 Windows 8 Pro auf meinem Notebook installiert. Arbeiten musste ich bisher noch nicht damit. Da ich aber immer mal wieder auch Arbeitstage eingelegt hatte mit den Testversionen, erwarte ich keine negativen Überraschungen mehr. Ich habe noch nicht für alles ein Tool. Das liegt überwiegend an meiner langen Windows-Abstinenz. Übrigens ist das nicht auch das schönste Kompliment an meine Linux-Welt? Ich habe dort nichts vermisst. Linux hat mir den Spaß an Rechnern und Software zurückgegeben, den ich damals durch Windows verloren hatte und den ich nun, ironischerweise, auch und durch Windows 8, wiederfinde. Wenn ich von Windows 8 lese, dann lese ich i.d.R. viel Kritik und noch mehr Häme. Gerade letzteres ist sehr häufig nicht gerade gut verargumentiert. Da werden allzu oft alte Rechnungen beglichen. Und es wird wenig über Windows 8 an sich gesprochen oder geschrieben. Natürlich hilft mir persönlich vermutlich auch, dass ich ja bei Ubuntu vor einiger Zeit einen ähnlich großen Schritt der Veränderung mitgemacht habe. Die seinerzeitige Einführung von Unity als Bedienoberfläche war in Linux-Kreisen ähnlich emotional begleitet worden wie nun die Diskussionen mit und um Windows 8.

 
Meine Meinung. Ich finde es mutig und richtig, was Microsoft mit Windows 8 beginnt. Überall können wir lesen, dass der klassische PC tot ist. Damit einher geht auch das Ende klassischer Betriebssysteme wie Windows. Es braucht einen Übergang in die neue Welt, die mobil ist, keine oder wenige dicke Anwendungen enthält, stattdessen mit kleinen, hochspezialisierten, schnellen Apps dem Nutzer Problemlöser an die Hand gibt, die immer genau eine Sache sehr gut können und auch noch Spaß machen. Die (optische) Nähe zwischen dem wirklich mobilen Betriebsystem WP 8 (Windows Phone 8) und dem Desktop, den wir so vielleicht zum letzten Mal sehen, ist gewollt und gelungen. Natürlich ist es erst ein erster Schritt. Wir werden, denke ich, mit dem nächsten großen Update weitere Schritte sehen. Und Microsoft gibt endlich den Versuch auf, die alten Verhältnisse zu zementieren. Stattdessen machen sie sich auf den Weg in eine ungewisse Zukunft. Ich finde das mutig. Gleichzeitig ist es aber sicher auch absolut notwendig, wenn man nicht enden will wie die Dinosaurier. Ich bin gespannt, was uns die Zukunft bringen wird und freue mich jetzt erstmal an Windows 8.

Veröffentlicht von

Markus

Dies ist ein privates Blog. Ich schreibe hier über alles, was mich interessiert. Du darfst mich also getrost einen Ego-Blogger schimpfen oder mich auch wahlweise liebkosend so nennen. Der Vorteil von soviel Selbstzentriertheit ist, dass ich mir aussuchen kann, wie oft ich schreibe, worüber ich schreibe und nach welchen Grundsätzen das Blog und ich funktionieren. Dir gefällt dies? Oooh, ich bin überrascht und gleichzeitig auch durchaus ein wenig »amused«.

2 Gedanken zu „Windows (8) und ich. Eine Annäherung“

  1. Was soll ich sagen, so war es bei mir auch. Wenn Dein Nutzerverhalten so identisch ist mit meinem wie ich es vermute, dann solltest Du dir mal ein WindowsPhone holen.

  2. Ich habe mir erst vor relativ kurzer Zeit einen Androiden gekauft. Schon beim Kauf war mir aber eines klar: wenn sich an den Gegebenheiten (d.h. Marktmacht von Google, Player am mobilen Markt etc.) nicht etwas entscheidendes ändert, dann wird das auf absehbare Zeit mein letzter Androide gewesen sein. Von WP hat mich abgehalten, dass die Anbindung an Linux(e) denkbar schlecht ist. Und vielleicht, wer weiß ist bis zum nächsten digitalen Begleiter ja auch was offenes am Start. Siehe hierzu Ubuntu for Phones oder auch Mozilla OS. Wie es scheint, bleibt die Welt spannend und wird sogar noch spannender. :-)

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