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Benedikt XVI.. Bürde und Hoffnung

Ich war überrascht, sehr. Und konnte es aber auch gleich sehr gut nachvollziehen. Jeder, der Josef Ratzinger ab und an anschaute auf Bildern, musste wahrnehmen, wie sehr er sich gerade im Laufe der letzten Jahre verändert hat. Die Bürde des Amtes wiegt, gerade in diesen Tagen, extrem schwer. Ohnehin hatte er die Station „Papst“ niemals eingeplant. Er nahm sie an, gestaltete nach seinem Glauben. Er war ein erwartbar konservativer Papst. Das hat so manche Hoffnung getrübt. Und doch glaube ich, dass er vielen Menschen auch Hoffnung gab. Er lebte geradezu offfensiv vor, dass man Glauben auch am beginnenden 21. Jahrhundert leben kann. Glaube muss sich nicht logisch erklären lassen. Es wäre sonst kein Glaube. Religion muss heute die Balance finden zwischen einem Leben in einer aufgeklärten, modernen Welt auf der einen Seite und dem Wunsch der Menschen, sich geborgen zu fühlen und eine Heimat zu finden, die nicht abhängig ist vom materiellen Status. Er hat stets mit großer Kraft versucht, Angebote zu machen und gläubige Menschen zu stärken. An mancher Stelle hätte ich mir noch mehr gewünscht. Ökomene ist ein Schlagwort, bei dem Wünsche und Wirklichkeit nicht vereinbar schienen. Jetzt tritt Benedikt XVI. zurück und wird wieder Josef Ratzinger. Ich wünsche ihm sehr, dass er noch einige gute Jahre vor sich hat, die er nur seinem Glauben widmen kann und seiner ganz persönlichen Beziehung zu Gott.

Hoffnung(en)

Obwohl ich selber kein Katholik bin, wünsche ich mir trotzdem, dass wir demnächst den ersten afrikanischen Papst bekommen werden. Was wäre das für ein Signal. Zudem glaube ich, dass sich unter einem afrikanischen Papst quasi automatisch viele Dinge verändern würden, weil eine afrikanische Sichtweise per se anders ist als die, die ein Italiener haben kann oder ein Pole oder ein Amerikaner. Natürlich sollte man sich vor einem Irrglauben bewahren: auch ein afrikanischer Papst bleibt das Oberhaupt der katholischen Kirche. Er ist und bleibt seiner glaubensmässigen Herkunft verhaftet und das ist ja auch gut so. Und doch würde sich der Blickwinkel ändern, hoffentlich. Und hoffen darf man ja.

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  1. Manuela Hamm

    Hallo Markus,
    dein Artikel gefällt mir sehr gut. Du hast das toll zusammengefasst.

  2. Markus Sowada

    Hallo Manuela, mittlerweile hätte ich noch mehr Gedanken zum Thema. Ich müsste das ausführen, erklären und sicher auch vorher recherchieren. Ein Papst aus Afrika alleine, das ist mir mittlerweile klar(er) geworden, ist zwar ein Signal, aber natürlich kann der Schuß auch nach hinten losgehen, denn viele der afrikanischen Päpste sind ausgesprochen konservativ. Und natürlich wünschte ich mir einen modernen Papst. Nein, er soll nicht alles einreissen, was die katholische Kirche ausmacht und das könnte er ja auch gar nicht. Es ginge um sanfte Veränderungen und darüber, dass man nicht Denkverbote erlässt vor manchen Themenkomplexen. Es ginge, kurz gesagt, darum, sich auf den Weg zu machen.

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