Alle Artikel des Monats: September 2013

Richard Jirgel
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Lesen: Reinhard Jirgl – Die Stille

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Anders Lesen. Das musste ich zuerst lernen, um mich schließlich auf die Texte von Reinhard Jirgl einlassen zu können. Zwischendurch immer wieder auch mal nachlesen, was über ihn und seinen Schreibstil geschrieben wird , seine ganz eigene Orthographie. Sicher ein Ausdruck meiner Verunsicherung. Die veröffentlichte Meinung recht uneinheitlich zwischen wohlwollend und ablehnend. Es gibt auch große Begeisterung. Ich selbst beäuge das noch etwas misstrauisch. Büchner Preisträger (2010)! Ja, und? Was zählt ist, ob diese eigentümliche Schriftsprache am Ende nur effekthascherisch ist oder ob sie etwas bewirkt, was den Intentionen des Autors und auch und vor allem der Geschichte selber dient. Es geht schließlich um Inhalte. Hoffe ich.

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Stell Dir vor, der Wahlkampf ist vorbei und keiner bemerkt das

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Der Tag danach war schwer, sehr schwer. Überraschenderweise hatte das bei mir kaum etwas mit dem Wahlergebnis zu tun. Dieses konnte man, wenigstens teilweise, ja so erwarten. Was ich wollte war/ist Nachberichterstattung zur Bundestagswahl und erste Analysen. Natürlich sah ich mich auch bei Twitter, Status.net & Co. um und hatte sehr schnell genug. Ich habe alles abgeschaltet und mich auf mein Arbeiten konzentriert. Der Wahlkampf ist vorbei. Viele im Netz aber auch bei den Journalisten und den Politikern haben das offenbar noch nicht bemerkt. Was es nun bräuchte ist Einordnung der Situation und dann Lösungsansätze. Was es dafür natürlich auch geben sollte, sind fundierte Analysen. Ich finde nichts, was dem auch nur nahe kommt. Stattdessen hat wohl sofort nach dem Wahlkampf der Wettbewerb und den coolsten Spruch begonnen, nahtlos. Viel Häme, wenig Substanz. Und dumme Sprüche haben, gerade bei Twitter, Facebook, Google+, Status.net & Co., wohl auch gerade Hochkonjunktur. Was fehlt? Seriosität. Ernsthafter Wille zur Analyse und bei den Journalisten/Bloggern auch der freie Blick auf die Situation. Ich will Analyse und nicht die Vorurteile und das Weltbild des Journalisten/Bloggers. Aber, da erwarte ich wohl zu viel.