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Als die Bilder der brennenden Kathedrale Notre-Dame de Paris um die Welt gingen, da brauchte es nicht lange, dass Spender sich dazu bereit erklärten, Geld zu geben für den Wiederaufbau. Fast genauso schnell wie das Vermelden der Bereitschaft zum Spenden gab es Stimmen, die meinten, man solle das Geld doch nicht für den Wiederaufbau eines Bauwerkes einsetzen sondern lieber XY zur Verfügung stellen. XY steht und stand dabei für Inhalte, die demjenigen besonders nahe stehen.

Wieso das Eine tun und nicht Vieles?

Wenn ein solcher Effekt passiert, dann regt sich in mir immer wieder eine Stimme, die sich fragt, weshalb man eigentlich entscheiden soll und angeblich muss. Es ist nicht oft die Gelegenheit sich laut klarzumachen, dass wir in Europa, in Frankreich genauso wie in Deutschland, in einem reichen Land leben. Zwar ist die Situation der Kirche in Frankreich eine grundsätzlich andere im Vergleich zu einer deutschen Kirche, die durch die Erhebung von Steuern wirklich aus sich selber heraus sehr sehr reich ist. Aber, auch die arme Kirche in Frankreich ist Teil einer reichen Gesellschaft. Geld ist da, um Notre-Dame wieder aufzubauen. Und gleichzeitig ist auch Geld da, um andere Projekte voran zu treiben. Wer etwas anderes sagt, der hat ein spezielles Interesse. Und dieses spezielle Interesse will eine einzelne Gruppe besonders bevorzugen. Nur an sich zu denken ist dabei stets im Widerspruch zum Interesse des Gemeinwohls.

Wir sollten uns klarmachen, dass das einfordern von Mitteln, die wir anderen wegnehmen, unser Zusammenleben spaltet. Dabei sollten wir zusammenstehen. Viel zu oft werden heutzutage wenige Unterschiede betont und man spielt gesellschaftliche Gruppen aus gegeneinander. Wir können etwas für die Kinder und die Jugend tun und gleichzeitig dafür sorgen, dass Menschen im Alter gut leben können. Wir können etwas für den Ausbau des ÖPNV tun und gleichzeitig nicht außer Acht lassen, dass Straßen für den Autoverkehr in angemessenem Zustand bleiben. Und so weiter. Und natürlich soll es ein Ringen geben darum, wofür wir besonders viel Geld ausgeben. Aber, wir sollten uns immer wieder klarmachen: Wir leben in einer reichen Gesellschaft. Es ist Geld da, um vieles zu tun. Da ist keine Notwendigkeit, gesellschaftliche Gruppen gegeneinander auszuspielen.

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Dies ist ein privates Blog. Ich schreibe hier über alles, was mich interessiert. Du darfst mich also getrost einen Ego-Blogger schimpfen oder mich auch wahlweise liebkosend so nennen. Der Vorteil von soviel Selbstzentriertheit ist, dass ich mir aussuchen kann, wie oft ich schreibe, worüber ich schreibe und nach welchen Grundsätzen das Blog und ich funktionieren. Dir gefällt dies? Oooh, ich bin überrascht und gleichzeitig auch durchaus ein wenig »amused«.

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