Alle Artikel von ‘Markus

Artikel

Ende September ..

Hinterlasse eine Antwort

Unbemerkt zieht sich der Sommer Stück für Stück zurück. Das Wetter ist meist noch warm und auch deshalb bemerke ich kaum, dass schon beinahe Oktober ist. Gefühlsmässig bin ich noch voll im Sommer und irgendwie denke ich immer, dass etwas fehlt vom Sommer. Das ging in diesem Jahr alles soooo schnell. Vielleicht fehlt der Juli; die vier Wochen damals vergingen wirklich beinahe wie im Rausch.

Aktuell sind die Blätter an den Bäumen, Büschen und Blumen noch schön grün. Allerdings kann man schon ab und an sehen, wie das Leben in der Natur an Kraft einbüsst. Mancherorts sehnen sich Pflanzen nach Ruhe. Unsere Topfpflanzen trinken kaum noch von ihrem Wasser, sie bewegen sich teilweise jetzt schon auf eine wohlverdiente Ruhephase zu. Wir sogenannten modernen Menschen bemerken den aufkommenden Herbst und den Winter höchstens noch an den Weihnachtssüssigkeiten im Supermarkt. Das ist, Jahr für Jahr, eine schreckliche Angewohnheit. Ich fühle mich noch voll im Sommer und stehe in den Läden teilweise neben den ersten Christstollen. Wooooooow, das ist schon ein Kulturschock.

Artikel

Papst Benedikt XVI: Über Glauben, Vernunft und ein unangebrachtes Kesseltreiben

Hinterlasse eine Antwort

.. Aber der Kaiser kannte natürlich auch die im Koran niedergelegten später entstandenen€“ Bestimmungen über den heiligen Krieg. Ohne sich auf Einzelheiten wie die unterschiedliche Behandlung von €žSchriftbesitzern€œ und €žUngläubigen€œ einzulassen, wendet er sich in erstaunlich schroffer, uns überraschend schroffer Form ganz einfach mit der zentralen Frage nach dem Verhältnis von Religion und Gewalt überhaupt an seinen Gesprächspartner. Er sagt: €žZeig mir doch, was Mohammed Neues gebracht hat, und da wirst du nur Schlechtes und Inhumanes finden wie dies, dassŸ er vorgeschrieben hat, den Glauben, den er predigte, durch das Schwert zu verbreiten. Der Kaiser begründet, nachdem er so zugeschlagen hat, dann eingehend, warum Glaubensverbreitung durch Gewalt widersinnig ist ..

Zitat: Eine Vorlesung, welche Benedikt XVI. anlässlich seines Besuches in Bayern vor Wissenschafltern der Universität Regensburg gehalten hat. Das Thema war »Glaube, Vernunft und Universität. Erinnerungen und Reflexionen« Den kompletten Redetext findet man hier.

Papst Benedikt XVI. ahnte wohl kaum, was er mit seiner Ąusserung alles lostrat. Man musste damit rechnen, dass sich militante Islamisten diese Steilvorlage nicht entgehen lassen. Vielmehr überrascht mich aber die Resonanz in grossen Teilen der sogenannten westlichen Presse. Da wird einerseits gefordert, dass man Geschehnisse differenziert betrachtet. Andererseits hat sich gerade direkt nach dieser Rede gezeigt, wie wenig auch teilweise seriöse Medien Recherche betreiben. Es galt offenbar: Schnelligkeit beim Veröffentlichen geht über Grundlichkeit. Beinahe niemand hat sich überhaupt die Arbeit gemacht, den gesamten Text der Vorlesung Benedikts zu lesen. Wenn man dies nämlich getan hätte, dann hätten sich viele unsägliche Berichte erledigt gehabt, bevor sie entstehen. Die Art und Weise, wie in dieser Sache berichterstattet wurde, lässt in vielerlei Hinsicht tief blicken. Sie gewährt uns einen tiefen Einblick in die manchmal seltsam anmutende Wirklichkeitswahrnehmung eines Journalismus, der sich nach Aussen hin oft als investigativ darstellt und integer.

Ich möchte am Ende feststellen, dass ich nicht katholisch bin, ich fühle mich auch nicht angesprochen, wenn wir Papst sind. Darüber hinaus finde ich so manche Position der katholischen Kirche und des Papstes selbst überaus bedenklich. Neben allen inhaltlichen Differenzen sollte man aber dennoch fair und ehrlich miteinander umgehen. Ich bin da altmodisch und ich bin ausserdem entschieden nicht der Ansicht, dass in einer öffentlichen Auseinandersetzung alles erlaubt ist, um eine Meinungsführerschaft zu gewinnen oder zu behalten.

Artikel

Ich habe einen Traum: Sonny Rollins

Hinterlasse eine Antwort

Neulich wiederentdeckt: Sonny Rollins befüllt die Rubrik Ich habe einen Traum in der Zeit (Ausgabe vom 29.6.2006). Er beschreibt seinen Umgang, sein Leben mit Musik, sein Leben durch Musik. Er sagt:

Ständig denke ich über Musik nach, sie ist immer in mir. Wie in einem Tagtraum begegnen mir Melodien und Töne. Den ganzen Tag über höre ich Musik in mir, vieles davon kommt aus meinen Träumen und aus meinen Erinnerungen. Alte Stücke und neue Stücke, eigene Kompositionen und Jazzstandards geistern durch meinen Kopf und vermischen sich. Ich komponiere permanent. Vieles davon habe ich noch nicht aufgenommen, das meiste noch nicht einmal aufgeschrieben. Für mich ist das ganze Leben ein kreativer Prozess, teils bewusst, teils im Unterbewusstsein

Ich sitze am Rechner und denke über Projekte nach. Da sind Ideen, die mir unaufhörlich durch den Kopf schwirren. Ganz häufig bin ich unterwegs, ich sitze beispielsweise in einem Zug, habe eine Idee und schreibe mir diese dann ersteinmal auf, damit sie nicht verloren geht. Nicht selten arbeite ich die Idee im Kopf durch, ich spinne sie weiter, ich sehe vor meinem geistigen Auge, wie eine Website entsteht, wie sie ausschaut und wie darin bestimmte Inhalte, Lösungsansätze und optische Effekte zusammenwirken. Nutzen sie einem Besucher der Site? Sind sie stylish? Ist es nur eine Spielerei, die eigentlich keinen Nutzen hat? Was könnte man noch anbieten? Was gibt es derzeit für Techniken, mit deren Hilfe ich Funktionen realisieren kann? Form (should) follows function ..

Ein Freund hat mal gesagt, dass die meisten Websites nicht ein Projekt sind, die einen Startpunkt haben und einen Endpunkt. Website wären beinahe immer Prozesse, die man leben müsste. Ich höre Sonny Rollins und ich fühle nicht nur, wie seine Musik direkt durch meine Seele wandert und mir ein wohliges Gefühl von Zuhause-Sein vermittelt. Ich fühle auch, wie sehr meine Arbeit, mein Lebensgefühl seinem Lebensgefühl und seiner Arbeit ähnelt. Ich spüre eine Seelenverwandtschaft .. heute ist ein guter Morgen.