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Sonnenblume
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Umwelt. Wirtschaft. Ob endlich zusammenwächst, was zusammen gehört?

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Noch bin ich nicht überzeugt davon, dass sich alle neuerdings Umwelt und Klima auf die Fahnen schreiben. Allerdings könnte es ein gutes Zeichen sein, dass derweil sogar konservative Kreise sich der Themen annehmen.

Ob Akzeptanz, der Druck der Straße (an den ich allerdings nicht glaube), Einsicht oder doch nur Sommerloch-Thema? Egal. Längst sollte das Thema weiter sein. Und ich spreche jetzt vor allem davon, hier bei uns Regelungen auszuarbeiten und die Zukunft zu beginnen. Bisher wird Umwelt und Wirtschaft vor allem als Gegensatz beschrieben. Ich kann das einfach nicht verstehen. Umwelttechnologien, von der wirklich smarten App zum Steuern von Anlagen bis zu Anlagen selber gibt es unsagbar viele Möglichkeiten, Zukunftsmärkte zu schaffen. Hochtechnologieland Deutschland? Lasst uns endlich anfangen. Die Zukunft hat längst begonnen und wir haben viel Zeit mit sinnlosen Diskussionen vertan.

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Und sie bewegt sich doch. Gesellschaftsentwicklung im Kleinen

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Und dann gibt es, ganz selbstverständlich, doch auch die guten Momente und Augenblicke. Gestern war ich auf dem Weg zum wöchentlichen Einkauf. Ich fuhr vorbei an einer Gruppe sehr junger Leute. Sie waren ganz eindeutig auf dem Weg zum Christoher Street Day in Frankfurt. Das sind für mich Momente des Glücks.

Ich wuchs auf in Seligenstadt, ging hier zur Schule, habe hier eine Ausbildung gemacht, begann hier mein Arbeitsleben, ging dann in die Welt und kam vor einigen Jahren zurück. So wunderschön mein Städtchen ist und so viel hier richtig gemacht wurde, ein Hort der Moderne wars nie. Als ich zum ersten Mal wählen durfte, lebten wir in einer (politisch) schwarzen Hochburg mit braunen Sprengseln. Es war die Zeit von Alfred Dregger und unser Bürgermeister war erzkonservativ. Gleichzeitig war er richtig gut für die Stadt (Stichwort Altstadtsanierung). Moderne war aber sehr eindeutig woanders. Sicher waren der eine oder andere modern denkende Seligenstädter geneigt, woanders hin zu ziehen.

Und heute, viele Stunden, Monate und Jahre später, sehe ich diese jungen Leute. Sie sind die Enkel derer, mit denen es schwer war, ruhig über Gesellschaft zu sprechen. Das Schauen auf diese Gruppe junger Leute, die Vielfalt einfach leben, macht mich sehr sehr froh.

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Über den Rechtsruck

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Es fällt mir schwer. Ich wollte eigentlich nicht mehr schreiben über Politik. Zu komplex sind Zusammenhänge, zu groß mein Wunsch, mich von Verkürzungen fernzuhalten, denn tatsächlich glaube ich immer weniger an Zuspitzungen, um Themen zu erklären. Und doch schreibe ich über diese Verschiebung nach Rechts. Es ist eine elementare Verschiebung, die immer weiter getrieben wird. Und es ist eine Bewegung in Richtung Vergangenheit, die just in einem Moment der Zeit passiert, an dem wir eigentlich mutig voranschreiten müssten und an dem alte Fehler im Handeln beendet werden und auch, in dem falsche Kompromisse aufgekündigt gehörten.

Persönlich stand ich dem Phänomen dieser Bewegung nach Rechts lange gegenüber und konnte nicht begreifen, was da geschieht. Ich war fassungslos. Allmählich denke ich aber, dass ich den Nebel durchschaue, dass ich es schaffe, die Bewegungen hinter dem Nebel zu erkennen und auch die handelnden Gruppen. In den USA ist beispielweise nicht Donald Trump die handelnde Person. Er ist nur das Werkzeug. Hinter Trump und seiner Politik der Vernichtung gesellschaftlicher Strukturen stecken Menschen, die irgendwann beschlossen haben, dass alles Geld, alle Macht, die schon vorhanden ist, nicht ausreicht. Es sind Menschen, die gewissenlos aufbrechen, was eine Gesellschaft zusammenhält. Da sind Behörden, da sind Gesetzgebungen. Alles, was noch mehr Profit im Wege steht, muss weg. In einem Bericht für den Weltspiegel analysiert Annette Dittert, wer z.B. hinter einer Figur wie Boris Johnson steht. Auch hier ist Geld im Spiel, auch hier geht es vor allem darum, Chaos zu schaffen. Und das Geld kommt aus den USA. Immer mehr verdichtet sich der Eindruck, dass also hinter dem Rechtsruck, den wir international spüren, gar nicht zuallererst Fremdenfeindlichkeit steht oder Konservatismus, sondern vielmehr der Wille, Zusammenhalt aufzusprengen, Institutionen zu schleifen, Gesetze oder ganze Regierungen loszuwerden nur, um einige wenige Menschen auf der Erde noch reicher zu machen und vor allem, um sie mit noch mehr Macht auszustatten.