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Kategorie: SchreibHeft Seite 66 von 68

Zweitausendundeins: Das Merkheft 200

Neulich war ich tagsüber in Frankfurt. Ich hatte nach einigen Terminen noch Zeit übrig und bin ein wenig durch die Innenstadt gebummelt. Unversehens stand ich vor dem Laden des Verlages Zweitausendundeins. Erinnerungen stellten sich ein. Vor Ewigkeiten hatte ich dort meine ersten Platten gekauft. In diesem Laden herrscht immer eine ganz besondere Stimmung. Es gehört beispielsweise dazu, dass es immer, egal wann man sich im Laden befindet, vollkommen überfüllt ist. Man steht da und will sich einen Bildband mal in Ruhe ansehen und schon Sekunden später hat man den ersten Rempler abbekommen. Sowas gehört einfach dazu. Na ja, jedenfalls ging ich hin zum Laden und sah mir die Auslagen im Schaufenster an. Am Eingang sah ich das aktuelle Merkheft liegen. Es ist die 200ste Ausgabe und die Macher feiern dies als kleines Jubiläum. Es ist nicht im ansonsten typischen extrem dünnen Papier gedruckt und kaum gebunden, sondern es hat einen Einband aus etwas festerem, kartonierten Papier und man kann es auch mehrfach durchsehen, ohne das man alle Bestandteile einzeln in der Hand hat. Ich blätterte durch das ziemlich dicke Heft und Sekunden später stand ich im Laden. Ich meine, ich weiss, dass ich da aktuell nicht einfach so etwas kaufen kann, weil wir es mit dem Geld derzeit einfach nicht sooo dicke haben. Trotzdem hat alleine das Gefühl des Stöberns ein gutes Gefühl erzeugt, hat mich abgelenkt und für einige Augenblicke war es mal wieder so, als gäbe es keine grösseren Probleme als die, das schönste Buch auszuwählen oder sich eine CD zu kaufen, die man schon lange haben wollte. Wie würde franziskript sagen? Hach ..

Bleibt vieles anders

Erst gestern habe ich gedacht, dass ich erst in diesen Tagen langsam ein Gefühl für das Bloggen in der neuen Heimat bekomme. Ich habe das Theme gewechselt, habe es natürlich auch angepasst und nun müssen die kommenden Tage zeigen, ob die Veränderung richtig war/ist. Vom Gefühl her würde ich sagen: Jetzt ist der gesamte Inhalt ein Stückchen näher an mir dran.

Vorerst brauche ich noch kein Theme, welches technisch sehr viele Möglichkeiten bietet. Gerade in den letzten Wochen zieht es mich ohnehin mehr zu den einfachen Dingen, wieso sollte dies hier anders sein. Na ja, man wird sehen, wohin der Weg führt. Time will tell ..

Zeruya Shalev: Ich habe einen Traum

Schon seit Mitte Januar liegt der Ausdruck eines Beitrages von Zeruya Shalev auf meinem Schreibtisch. Seither nehme ich mir vor, ihn endlich zu lesen. Damals hat sie für „Die Zeit“ diesen Artikel verfasst. Er erschien in der Rubirk Leben. Frei nach Martin Luther King schreiben dort bekannte und weniger bekannte Persönlichkeiten unter dem Motto: „Ich habe einen Traum“. Die Beiträge sind meistens sehr interessant.

Jedenfalls hatte ich schon seit Monaten den Artikel gleich neben mir auf dem Schreibtisch liegen. Manchmal geschehen seltsame Dinge. Wieso schrieb Zeruya Shalev diesen Beitrag gerade in diesen Tagen? Wieso bin ich seinerzeit gleichsam ohne Umwege auf den Artikel gestossen? Ich habe ihn jetzt endlich gelesen und bin ganz erstaunt. Vieles von dem, was sie sagt, trifft aktuell absolut auf meine Gefühlswelt zu. Auch ich will nicht selten einer Lebenssituation entfliehen, die vor allem durch Routine geprägt ist und gleichzeitig wünsche ich mir genau diese Routine eine Sekunde später sehnlichst zurück. Wie sie und ihre Protagonistinnen stelle ich mir beinahe mantrahaft immer wieder dieselben Fragen und erhalte niemals befriedigende Antworten und wie sie bin ich ein Mensch, der nicht oft in der Gegenwart lebt, sondern viel zu häufig seine Aufmerksamkeit der Vergangenheit widmet. Ich wünsche mir sehr, dass ich es eines Tages schaffen werde, weniger zu grübeln und mehr in der Gegenwart zu leben. Einen Weg zu einem solchen Leben sehe ich freilich bisher noch nicht. Nur eines scheint weiter festzustehen: Bücher sind meine Freunde und solange ich Bücher lesen darf, kann ich meinen viel zu unruhigen Geist wenigstens manchmal vom Grübeln abhalten und ich kann dann sogar für kurze Augenblicke Ruhe finden. Ich freue mich jedenfalls auf Ella und all die anderen, denen ich mich nahe fühlen darf.

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