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H.M. Enzensberger: Schreckens Männer. Versuch über den radikalen Verlierer

Hans Magnus Enzensbergers Essay „Schreckens Männer. Versuch über den radikalen Verlierer“ wird aktuell teilweise heftig angegangen. Zumeist kann ich gar nicht recht nachvollziehen, woher die Vehemenz in der Besprechung des Essays kommt. Ob es die F.A.Z. ist oder die Zeit, jedermann weiss es besser, alle schreiben sie, kurz gesagt, von groben Vereinfachungen, die nicht statthaft wären und die H.M. Enzensberger begannen haben soll und überhaupt sei das doch alles nicht neu, was er da schreiben würde. Da werden dem Autoren falsche Schlussfolgerungen unterstellt und gleichzeitig wird so getan, als hätte er versucht, mit seinem kleinen Traktat die Weltformel in Sachen Terrorismus-Erklärung zu liefern. Innerlich muss ich ein wenig lachen, als ich nun ein Interview lese, in dem Enzensberger selbst seinen Rezensenten indirekt empfiehlt, mal die Bedeutung des Wortes Essay nachzuschlagen. Wohl wahr! Dabei möchte ich Enzensberger gar nicht in Schutz nehmen. Er braucht mich nicht, um seinen Kritikern zu antworten. Ich will aber dennoch darauf hinweisen, dass es auch eine, aus meiner Sicht, sachliche Kritik gibt, die ebenfalls Details des Essays kritisch beleuchtet, die aber auch skizziert, warum manchmal eine Pointe mehr leistet als ein Differenzierung. Gut gebrüllt, Martin Mayer von der Neuen Zürcher Zeitung!

Das MMK in Frankfurt zeigt: Humanism in China

In Frankfurt im Museum für Moderne Kunst (MMK) kann man derzeit eine tolle Fotoausstellung sehen. Sie heisst Humanism in China und zeigt 590 Photographien. Ich bin ein Mensch, für den Bilder eine ganz besondere Aussagekraft haben. Meine Erinnerung funktioniert nicht selten über Bilder im Kopf. Auch und gerade in Zeiten von Fernsehen, VideoStreaming und anderen elektronischen Kommunikationsformen stelle ich immer wieder fest, dass gute Photographien viel mehr transportieren können als so mancher Filmbeitrag. Humanism in China gewährt einen tiefen Blick in das China von gestern, heute und morgen. Ich sehe Bilder einer jungen extrem gut ausgebildeten Elite, ich sehe Bilder von Wanderarbeitern und Bilder, die aus den Tiefen der Vergangenheit stammen. Andere Bilder zeigen schon heute, wie wir zukünftig miteinander leben werden. Gleichzeitig werden mir beispielsweise auch Einblicke in familiäres Leben gewährt oder ich kann lebendig gelebten Glauben sehen und spüren.

Zeiten der plakativ platten Kurzdarstellung kann ich in dieser Ausstellung viel mehr sehen und fühlen, ich kann hier ein Stück China erleben. ܜbrigens: Die Ausstellung wurde von drei chinesischen Kuratoren erstellt und ist in Frankfurt noch bis zum 27.8.2006 zu sehen. Ich werde wohl noch öfter ins MMK gehen, um mir diese wirklich tollen Bilder anzusehen. Leute, geht hin und schaut!

Frischer Cappuccino und alte PlattenCover

Heute hatte ich mir gleich morgens einen schönen frischen Cino gekocht. Ich fing dann beinahe unbewusst an, meine alten Platten zu durchstöbern. Diese hatte ich erst vor einigen Tagen aus dem Exil eines räumlich weit entfernten Zimmers zu uns in den 2.OG geholt. Immer wieder laufe ich jetzt an den Platten vorbei, nehme mir manchmal eine von ihnen sorgsam aus dem Regal und betrachte sie genau. Früher war sicher nicht alles besser, aber für die Menschen, die Plattencover designed haben, waren die Zeiten vor der CD sicher deutlich schöner als es die Zeiten heute meist sind. Die CD-Booklets sind einfach zu klein. Abgesehen von dem Hang zum billigen produzieren kann man mit einem kleinen Format einfach weniger anfangen. Meine Sinne fühlen sich jedenfalls oft nicht mehr wirklich positiv angesprochen. Manchmal hilft die Haptik ein wenig. Ich meine, gutes Papier oder sogar kartoniertes Papier bringt manchmal etwas, ist aber natürlich auch kein Allheilmittel. Fazit: Remember the times ..

.. ich bin in diesen Tagen ganz besonders anfällig für melancholische Augenblicke und Sequenzen. Wenn ich eine meiner alten Platten in die Hand nehme, sind damit sofort bestimmte Bilder verbunden, Erlebnisse erscheinen beinahe plastisch vor meinem inneren Auge. Natürlich lebe ich im Hier und Jetzt und das ist auch gut so. Dennoch werde ich mir immer bewusster, dass ich seit einiger Zeit auch eine Vergangenheit habe. Übrigens, auch das ist gut so, denn ich finde es wichtig zu wissen, woher ich komme. Erst wenn ich dies genau weiss, kann ich auch wissen, was in der Zukunft gut ist für mich.

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