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Kopf und Herz. Ein paar Gedanken über Entscheidungen und Pläne

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Im Grunde könnte man einen solchen Artikel zu jeder Zeit schreiben. Er wäre immer aktuell, hätte immer Relevanz und würde zu jeder Zeit einen guten Beitrag leisten können dazu, welche Art Entscheidungen und Pläne wichtig, welche richtig sind und auch, welche man für sich selber auch durchhält. Wieso also jetzt?

Ich beobachte meine Mitmenschen, lese Zeitung, höre, was Freunde berichten oder auch, was in der Öffentlichkeit besprochen wird und nicht zuletzt schaue ich auch, wie es mit meinen ins Auge gefassten Plänen ausschaut. Was mir auffällt ist, dass ich bei vielen Gelegenheiten höre, wie Ziele ins Auge gefasst werden, die so mächtig sind, dass sie quasi nur scheitern können. Gleichzeitig scheint es mir so, als hätten wir Menschen niemals weniger Durchhaltewillen gezeigt. Wir sind für gesellschaftliche Vielfalt, sorgen aber mit Entscheidungen dafür, dass Vielfalt es noch schwerer hat stattzufinden, etwa in der Schule. Wir wollen das Klima retten und steigen gleich nachdem wir uns laut und wortreich zur Klimawende bekannt haben in ein Auto und fahren damit auch allerkleinste Strecken.

Ich würde mir wünschen, dass wir zunächst einmal weniger große Ziele proklamieren, sondern dass unsere Ziele erreichbar sind. Wir werden nichts erreichen, wenn wir mit Maximalzielen loslaufen und nach mehr oder weniger kurzer Zeit frustriert ein ums andere Mal aufgeben. Ziele können ambitioniert sein. Setzen wir uns aber in allen Lebenslagen nur noch Maximal-Ziele, so werden wir nichts erreichen. Wir müssen loslaufen und genauso wie es ein Läufer tut, der plant, an einem Marathon teilzunehmen, läuft dieser nicht im Sprint los sondern so, dass er mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit ankommt.

Sonnenblume
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Umwelt. Wirtschaft. Ob endlich zusammenwächst, was zusammen gehört?

4 Kommentare

Noch bin ich nicht überzeugt davon, dass sich alle neuerdings Umwelt und Klima auf die Fahnen schreiben. Allerdings könnte es ein gutes Zeichen sein, dass derweil sogar konservative Kreise sich der Themen annehmen.

Ob Akzeptanz, der Druck der Straße (an den ich allerdings nicht glaube), Einsicht oder doch nur Sommerloch-Thema? Egal. Längst sollte das Thema weiter sein. Und ich spreche jetzt vor allem davon, hier bei uns Regelungen auszuarbeiten und die Zukunft zu beginnen. Bisher wird Umwelt und Wirtschaft vor allem als Gegensatz beschrieben. Ich kann das einfach nicht verstehen. Umwelttechnologien, von der wirklich smarten App zum Steuern von Anlagen bis zu Anlagen selber gibt es unsagbar viele Möglichkeiten, Zukunftsmärkte zu schaffen. Hochtechnologieland Deutschland? Lasst uns endlich anfangen. Die Zukunft hat längst begonnen und wir haben viel Zeit mit sinnlosen Diskussionen vertan.

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Und sie bewegt sich doch. Gesellschaftsentwicklung im Kleinen

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Und dann gibt es, ganz selbstverständlich, doch auch die guten Momente und Augenblicke. Gestern war ich auf dem Weg zum wöchentlichen Einkauf. Ich fuhr vorbei an einer Gruppe sehr junger Leute. Sie waren ganz eindeutig auf dem Weg zum Christoher Street Day in Frankfurt. Das sind für mich Momente des Glücks.

Ich wuchs auf in Seligenstadt, ging hier zur Schule, habe hier eine Ausbildung gemacht, begann hier mein Arbeitsleben, ging dann in die Welt und kam vor einigen Jahren zurück. So wunderschön mein Städtchen ist und so viel hier richtig gemacht wurde, ein Hort der Moderne wars nie. Als ich zum ersten Mal wählen durfte, lebten wir in einer (politisch) schwarzen Hochburg mit braunen Sprengseln. Es war die Zeit von Alfred Dregger und unser Bürgermeister war erzkonservativ. Gleichzeitig war er richtig gut für die Stadt (Stichwort Altstadtsanierung). Moderne war aber sehr eindeutig woanders. Sicher waren der eine oder andere modern denkende Seligenstädter geneigt, woanders hin zu ziehen.

Und heute, viele Stunden, Monate und Jahre später, sehe ich diese jungen Leute. Sie sind die Enkel derer, mit denen es schwer war, ruhig über Gesellschaft zu sprechen. Das Schauen auf diese Gruppe junger Leute, die Vielfalt einfach leben, macht mich sehr sehr froh.