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Schnutiger (Ute Hamelmann) hört mit dem Bloggen auf

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Einmal mehr hat es eine beinahe ausnahmslos namenlose Meute geschafft, jemandem, der eine Sache vielleicht tatsächlich ein wenig falsch eingeschätzt hat, zur Strecke zu bringen. Ganz ehrlich: ich könnte kotzen! Natürlich kann man das Auftreten von @Schnutiger in der aktuellen Kampagne von Vodafone für sich bewerten, wie man will. Aus meiner Sicht sollten für dieses Bewertung allerdings die Regeln des menschlichen Zusammenlebens gelten. Oder sind wir Tiere? Ooooh nein! Sorry, Tiere würden soo niemals miteinander umgehen. Was @Schnutiger da alles vorgeworfen wurde, zielte sehr schnell auf die Zerstörung der öffentlichen Person ab. Anders kann ich das nicht empfinden, wenn ich mir die »Berichterstattung« anschaue. Noch schlimmer schaut es aus, wenn ich in die Kommentare schaue.

Ein kleiner Fragekatalog

Wir sollten alle mal in uns gehen und nachdenken, wie wir miteinander umgehen wollen. Vielleicht würde eine kleine Anfängerübung für den Anfang genügen: Jeder sollte sich selber mal fragen, ob er/sie/es es wirklich gut findet, sooo miteinander umzugehen? Dabei sollte man bedenken, dass man normalerweise das Glück hat, dass die kleinen Lügen, die man sich selber tagtäglich erlaubt (kaufst Du Deine Lebensmittel in sinnvoller Qualität? Gehst Du persönlich dagegen vor, wenn Du mitbekommst, dass jemand benachteiligt wird? Achtest Du beim Gebrauch Deines Autos darauf, dass die Umwelt möglichst wenig belastet wirst? etc. ..), niemals das Licht der Öffentlichkeit erblicken. Wenn ich den gleichen Maßstab anlegen würde, mit dem Ute Hamelmann verurteilt wurde, so müsste ich ja sozusagen täglich »Hinrichtungen« durchführen. Es mag sein, dass die angerissenen Fragen oben dem einen oder anderen lächerlich vorkommen. Tatsächlich ist es aber so, dass das millionenfache falsche Handeln bei diesen kleinen Dingen des täglichen Lebens uns alle objektiv deutlich mehr schadet als eine richtig gesetzte oder falsch besetzte Kampagne, die, so behaupte ich, ohnehin niemals eine Chance hatte, weil das Feindbild Vodafone von Anfang an viel zu groß ist.

Mein Wunsch

Was ich mir aber wirklich wünsche ist, dass @Schnutiger nach einer Pause, in der sie zur Ruhe kommen kann, wieder anfängt zu bloggen und öffentlich zu wirken. Sie war und sie ist eine Bereicherung, auf die ich auf gar keinen Fall verzichten will.

Übrigens: Wer nun glaubt, da würde jemand einem unreflektiertem und unkritischen Fantum frönen, dem kann ich sagen, dass sowas nur behaupten kann, wer mich nicht kennt. Allerdings empfinde ich Loyalität und Solidarität als immer wieder neu zu suchende und mit Inhalten zu füllende Werte, ohne die ein (sinnvolles) Zusammenleben nicht funtkionieren kann.

Update (Stand: 16 Uhr)

Wer sich einen Überblick über die ganze Geschichte verschaffen will, findet bei Markus Angermeier (aka kosmar) einen sehr gut geschriebenen Artikel zum Thema. Aus meiner Sicht: Unbedingt Lesen!