Joachim Gauck

Joachim Gauck soll es also werden. Und jetzt, im Nachhinein, wird auch klar, wieso es Sinn macht, dass man Die Linke nicht eingeladen hat zu den Gesprächen um einen gemeinsamen Bundespräsidentenkandidaten zu finden. Echtes Zusammenrücken war nie vorgesehen. Vielmehr bleibt man sich treu und lädt kleingeistig nur diejenigen ein, von denen man noch etwas will oder bei denen Zustimmung quasi garantiert ist. TV-Soaps sind im Vergleich zu diesem Schmierentheater gelebte Hochkultur.

Gauck früher und heute

Persönlich hätte ich es besser gefunden, wenn Klaus Töpfer vorgeschlagen worden wäre. Auch Petra Roth wäre aus meiner Sicht wählbar gewesen. Das sind nur zwei mögliche Kandidaten. Joachim Gauck zeigte gerade während der letzten Monate deutlich, dass er nicht mein Präsident wird. Ja, er kann Reden halten und ja, er wirkte manchmal durchaus charismatisch, früher. Zuletzt sah ich kein Charisma, sondern eine eigentümliche Mischung aus Hochmut und Selbstverliebtheit. Und wenn ich mir dann noch seine Aussagen zur Occupy-Bewegung und zu Thilo Sarrazins Buch vom sich abschaffenden Deutschland vor Augen halte, dann kann ich nur zu dem Ergebnis kommen, dass er schlicht ungeeignet ist, um Bundespräsident zu werden. Ich wünsche mir stattdessen einen Präsidenten, der tatsächlich und nicht nur auf dem Rednerpult ein Präsident für alle ist. Da aber hat sich Gauck quasi selbst abgeschossen. Fazit? Joachim Gauck ist noch nicht einmal ein Präsident für die Gegenwart und er ist erst Recht kein Präsident, der einen Weg weisen kann in Richtung Zukunft. He is not my president.