Vorbild gefunden. Renan Demirkan

Neulich, nachts auf ARTE. Eine Talkshow mit dem Titel: »Paris-Berlin – Die Debatte«. Die Moderation spricht französisch und die Gäste sind es überwiegend auch. Allerdings nicht ganz. Da redet gerade ein kleiner Derwisch mit kurzen dunklen Haaren und diesen unendlich lebhaften Augen. Die Hände fliegen und endlich erkenne ich, wer da eigentlich sitzt und dermaßen engagiert und mit so bekannter deutscher Stimme ihre Argumente vorbringt: Es ist Renan Demirkan. Ich habe sie schon länger nicht mehr gesehen und doch erkennt man sie sofort. Wenn sie spricht, dann würde ich sie wohl auch mit geschlossenen Augen sofort erkennen. Sie hat eben auch eine tolle Stimme :) ..

Es geht um Deutsche und Franzosen und Türken und Einwanderer und Kulturen und wie man zusammen lebt. Demirkan soll sagen, wie man das in Deutschland macht mit dem Zusammenleben, so zwischen Türken der alten und der neuen Generation und wie das Zusammenleben mit den Deutschen im Alltag passiert. Ich brauche nicht lange zuhören und weiß sofort: sie vertritt die Sache aller hier lebenden Menschen. Dabei denkt sie keine Sekunde darüber nach, ob es nun ihre türkischen Wurzeln sind, die sie das fühlen lassen, was sie sorgsam formuliert und dann wortgewaltig und mit diesen einmalig strahlenden Augen und den permanent fliegenden Händen erklärt. Ich sitze in meinem Sessel, muss unweigerlich ein wenig Lächeln, weil ich ein wenig Angst habe um die anderen Gesprächsteilnehmer und begreife, dass dort jemand mit aller Lebensfreude und voller Zuversicht über unser aller Zukunft redet. Zusammenleben in Frieden und Respekt voreinander. Niemand muss sich assimilieren. Im Gegenteil soll jedermann seine Eigenarten behalten, weil gerade diese Vielfalt uns alle unendlich reich macht. Nein, das ist nicht MulitKulti at its best. Das ist einfach weise, warmherzig und ganz nebenbei sehr modern. Vielen vielen Dank, Renan Demirkan!