Brunchen in Darmstadt: Café Restaurant Bar 3klang

Verabredung zum Brunch. In der Nacht war die Zeitumstellung auf Sommerzeit. Man hat uns mutwillig Zeit gestohlen, hat uns Schlaf geraubt, hat uns Ruhe genommen, den Sonntag unnötig früh beginnen lassen und dann auch noch dieses: Wir sind mit Freunden verabredet, wollen Brunchen. Andererseits meldet sich eine innere Stimme, spricht von Vorfreude auf ein Wiedersehen mit lieben Menschen. Ich bin neugierig, nicht zuletzt auch auf das für uns noch neue Kaffeehaus 3klang. Wir schälen uns aus dem Bett, machen uns fertig für die Welt da draußen, wollen auch noch einen der Freunde vom Bahnhof abholen, denn schließlich gilt stets: Versprochen ist versprochen. Er kommt extra von außerhalb. Für ihn ist der Weg noch länger. Er kommt mit der Bahn, extra für uns, extra, damit man sich endlich mal wieder sieht. Das letzte Treffen ist genau ein Jahr her. Mein Gott, die Zeit rennt.

Es ist beinahe 11 Uhr. Endlich haben wir einen Parkplatz gefunden, stoßen die Tür zum 3klang auf und treten ein. Alle Tische sind schon gut besetzt und ich bin froh, dass wir einen Tisch vorbestellt haben. Naja, Brunch ohne Vorbestellen: das geht gar nicht, oder? Wir laufen über einen schönen alten Dielenboden. Der Raum ist sehr hoch, eben ein Altbau und alleine schon deshalb wirklich schön. Das Kaffeehaus liegt direkt am Riegerplatz in Darmstadt. Über die gesamte Außenfront des 3klang laufen vier raumhohe große Fenster, die oben in Rundbögen münden und viel Tageslicht in die Räumlichkeiten herein lassen. Die Wände sind weiß gekälkt und ergeben, zusammen mit dem dunklen Boden und der eher rustikal modernen Einrichtung, einen modernen und doch warmen Gesamteindruck. Ein Ort zum Wohlfühlen.

Sonntags ist Brunchtag. Man hat uns schon vorgewarnt und gemeint, dass man viel Hunger mitbringen soll. Ich dachte noch, dass mir das ja normalerweise nicht soooo schwer fällt. Als ich jetzt aber das Buffet sehe, weiß ich, was dieser wohlwollend erteilte Rat meinte: Wir sehen ein wirklich tolles Buffet. Es finden sich verschiedene Brotsorten, wir sehen Körnerbrote, Weißbrote, sehen Rühreier, gebratenen Speck, sehen vielerlei Weich- und Hartkäsesorten, sehen Wurst, Salami, sehen Salat, sehen Croissants und Bagels, sehen French Toast, sehen Mohnstangen, ordinäre aber wunderbar frische Brötchen, sehen Marmeladen, Nutella, eine hausgemachte Kartoffelsuppe, Fisch und und und. Ich könnte mit meiner Beschreibung wohl noch lange fortfahren. Anfangs hatte ich mich gefragt, wohin die Betreiber des Kaffeehauses die ganzen Sachen denn wohl hinsortieren. Man kann verkürzt sagen: Sie schaffen es. Das Buffet kostet pauschal 8,50€. Da kann man wirklich nicht meckern, wie ich finde. Angereichert wird dieses wahre Schlaraffenland der kulinarischen Genüsse von unterschiedlichsten Säften der Firma Rapps und allen möglichen Kaffeegenüssen. Ich muss zugeben, dass ich nicht mehr weiß, ob es auch Tees hat. Eigentlich zweifele ich daran aber nicht wirklich. Zu diesen wirklich sehr vielfältigen kulinarischen Genüssen gesellt sich ein sehr prompter und freundlicher Service und ein angenehm unterschiedliches Publikum. Hier treffen sich Studenten und Professoren, man sieht manch alten Sponti und sieht am Tisch daneben friedlich ein bürgerlich ausschauendes Ehepaar mit ihren Kindern und Enkeln. Überhaupt fällt auf, dass sich hier sowohl alle Altersschichten als auch viele gesellschaftliche Schichten friedlich vereint an ihren Tischen finden. Kinder sind hier übrigens ebenfalls wirklich willkommen. Das macht das Gesamterlebnis 3klang zu einem extrem positiven polyphonen Gesamterlebnis. Ich bleibe im tonalen Bild und bilanziere: Tolle KlangWelten, bester Sound :-) ..

3klang, bar restaurant café. Riegerplatz 3, Darmstadt. Tel.: 06151-669 8843

(Dieser Text stammt aus meinem »Blogarchiv«. Er wurde am 25. 3. 2007 erstveröffentlicht.)

BarCampRuhr2. Ein trauriger Beitrag ..

Ich mag diesen Beitrag gar nicht schreiben. Ich muss meine Teilnahme an meinem LieblingsBarCamp leider absagen. Ich habe derzeit sehr viel Arbeit. Das ist ja an sich kein Grund, um traurig zu sein. Als Konsequenz ergibt sich aber, dass ich meine Ausflüge in die Welt der Unkonferenzen limitieren muss. Nur einige Tage nach dem BarCampRuhr2 findet die re:publica in Berlin statt. Ich versuche nun schon seit geraumer Zeit, dort endlich mal hinzufahren. In diesem Jahr soll(te) es endlich klappen. Ich habe ein Ticket, ich habe sogar schon eine Unterkunft. Wenn ich nun nach Essen fahren würde, dann wäre quasi beinahe eine Arbeitswoche weg. Das geht leider nicht. Schließlich möchte ich mich auch nicht hinsetzen und vom Barcamp aus oder auf der re:publica sitzend, Mailen, Telefonieren und mich so gar nicht konzentrieren können und dürfen auf das, was einem da so geboten wird. Ich sage also hiermit meine Teilnahme am BarCampRuhr2 schweren Herzens ab und hoffe schon jetzt einmal auf ein Barcamp Ruhr 3 ..

Zuletzt möchte ich schon heute, jetzt und hier allen Teilnehmern am BarCampRuhr2 viel Spaß wünschen, gute Sessions, tolle Gespräche und ich möchte Euch wünschen, dass es im Unperfekthaus wieder genauso toll sein wird, wie es das im letzten Jahr war.

Schwarzer Tee, Frankfurt und das wundervolle Ende eines Tages

Freitag Abend. Müde gehen wir nach einem schönen Tag in Frankfurt in Richtung Parkhaus. Wir haben Hunger, wollen aber eigentlich nicht mehr klassisch »einkehren«, suchen stattdessen nach etwas Unaufgeregtem, etwas Nettem, Praktischen. Wir laufen gerade über die Kaiserstraße und sehen ein relativ neues türkisches Restaurant. Hmm, eigentlich ist es mehr eine Bar, ist modern eingerichtet, man atmet Lounge-Charakter, der Raum ist sehr hoch und relativ nackt. Es sieht gut aus, vielleicht ein wenig ungewöhnlich für ein türkisches Restaurant.

Drinnen erwartet einen eine lange Theke, darunter befinden sich frische Zutaten zu klassischen türkischen Gerichten. Es gibt Döner, es gibt viel Salate und Gemüse, es gibt Reisgerichte, es gibt — natürlich — wunderbar ausschauende Süßigkeiten. Alles sieht sehr frisch aus. Mich bekommt man heute aber eher mit etwas Herzhaftem. Ein freundlicher junger Mann fragt nach, was man denn gerne essen wollen würde. Wir schauen, orientieren uns, bestellen und werden mit einem Lächeln dazu aufgefordert, uns einen schönen Platz auszusuchen. Erst jetzt bemerkt man die Größe der Räumlichkeit. Der vordere Bereich ist entreeartig. Das gesamte Lokal ist rechteckig, schlauchartig. Wir suchen uns einen schönen Zweiertisch, nehmen Platz auf gemütlichen Stühlen und einer lederbezogenen Endlos-Bank. Alles wirkt modern und doch gediegen. Schöne Lichtimpressionen zaubern eine warme Stimmung in den großen Raum. Man könnte sagen: Türkisches Leben in Deutschland. Next Generation. Schwarzer Tee, Frankfurt und das wundervolle Ende eines Tages weiterlesen