Baic will Opel kaufen. Wieso ist das eigentlich so schlimm?

Seit dieser Tage die Gerüchte aufgekommen sind, dass sich der chinesische Autohersteller Baic für die GM Tochter Opel interessiert, herrscht an vielen Stellen eine mir vollkommen unverständliche Abwehrhaltung. Ich frage mich, woher die beinahe schon hysterische Ablehnung kommt.

Mal überlegen

General Motors ist zumindest mitverantwortlich, dass Opel seit Jahren das Geld fehlt, um sich zukunftsfähiger zu machen. Es bräuchte einerseits Maßnahmen zur Steigerung der Qualität (sowohl in Richtung Fertigung als vor allem auch zur Modernisierung des Händlernetzes und der Werkstätten). Aus Rüsselsheim kommen immer wieder Autos, die gute Chancen hätten auf erklägliche Marktanteile. Was fehlt sich moderne Antriebe und was auch fehlt sind finanzielle Instrumente, um aggressiv um diese Marktanteile kämpfen zu können. Gleichzeitig kommt aus Richtung GM-Konzernzentrale anstatt zukunftsorientierter Maßnahmenkataloge immer nur neue Sparpläne. Sollte eine Konzernmutter nicht führen anstatt die eigene Tochter nachhaltig auszusaugen? Was wäre die Lösung? Baic will Opel kaufen. Wieso ist das eigentlich so schlimm? weiterlesen

Französische Filme. Jean Rochefort, Johnny Halliday und all die anderen

Erst neulich, nach einem ziemlich bescheidenen Tag entdeckte ich spät abends noch einen feinen Film. »Das zweite Leben des Monsieur Manesquier« erzählt die Geschichte zweier auf den ersten Blick vollkommen unterschiedlicher Männer. Jean Rochefort spielt einen einsamen, vom Leben enttäuschten pensionierten Lehrer. Sein Widerpart, ein alternder Kleinkrimineller, wird wunderbar von Johnny Halliday gespielt.

Beide Männer begegnen sich in einer Apotheke, sind neugierig aufeinander und kurzerhand nimmt Jean Rochefort den Unbekannten mit zu sich nach Hause. Es genügen wenige Augenblicke und ich falle direkt hinein in die Geschichte. Das können halt nur die Franzosen. Diese wundervoll melancholischen Filme kommen ohne großen Pomp, ohne Knalleffekt daher. Da sind nur wundervoll glaubhafte Schauspieler, die eine Geschichte erzählen. Johnny Halliday, die französische Antwort auf Mick Jagger und Jean Rochefort, der meist Figuren mit viel Charakter spielt und diese auch wundervoll ausfüllen kann. Kämen doch öfter solche Filme im Fernsehen. Den Spaß an diesem Film und die Kraft, die zwei Stunden abschalten mir gegeben haben, trage ich noch heute mit mir herum. Vive la France .. :-)

Meine Stimme für Europa. Die Piratenpartei Deutschland

Vor gut einer Woche habe ich von meinem Privileg Gebrauch gemacht und habe meine Briefwahlunterlagen für die Europawahl ausgefüllt. Die derzeit auch im Bundestag vertretenen Parteien gingen dabei leer aus. Sie machen alle zusammen eine Politik für Interessenverbände und nicht mehr für die Menschen. Als Verhaltensmuster erlebt man »Aktion und Gegenreaktion« und die jeweiligen Inhalte werden nur noch auf die eigene Klientel abgestimmt. Mir bereiten diese menschenverachtenden Handlungsmuster schon seit Langem körperliches Unwohlsein und deshalb habe ich mich entschlossen, meine Stimme nicht zu verschenken, sondern sie den Piraten zu geben. Über das Programm und die Ansichten der Piratenpartei kann man sich ja hier wunderbar einfach informieren.

Motive. Beweggründe. Aussichten

Ich werde ab und an gefragt ob es nicht unsinnig ist, seine Stimme an eine kleine Partei zu verschenken. Nach meinem Empfinden würde ich meine Stimme aber eher verschenken, wenn ich sie den arrivierten Parteien geben würde, denn diese sind ja schon in den Parlamenten und ich kann jeden Tag neu sehen, dass sie eben nicht Politik machen um Probleme zu lösen. Ich will, dass wir uns wieder auf unsere Stärken besinnen, ich will, dass wir uns zueinander bekennen und dazu gehört unter anderem, dass wir uns wieder als Menschen sehen und nicht als Produktionsfaktor oder als Teil einer Statistik. Ich will zudem, dass Menschen in Notsituationen geholfen wird und ich will dabei keine endlosen Diskussionen über allzu oft unanständig niedrige Aufstockungen im Sozialsektor und andererseits ein unreflektiertes Durchwinken von Subventionsmilliarden (seien sie auch noch so sinnlos ausgegeben).

Versteht mich nicht falsch: Ich will Euch gar nicht unbedingt dazu aufrufen, die Piraten zu wählen (auch wenn diese Gruppierung aus meiner Sicht sehr gute Ziele formuliert hat). Ich will nur, dass Ihr Euch genau anschaut, für was die jeweiligen Parteien stehen und bewußt Euer Kreuzchen macht. Und überhaupt: Geht wählen!