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Schlagwort: Gesellschaft Seite 1 von 2

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Entdecke die Möglichkeiten

Als die Bilder der brenneden Kathedrale Notre-Dame de Paris um die Welt gingen, da brauchte es nicht lange, dass Spender sich dazu bereit erklärten, Geld zu geben für den Wiederaufbau. Fast genauso schnell wie das Vermelden der Bereitschaft zum Spenden gab es Stimmen, die meinten, man solle das Geld doch nicht für den Wiederaufbau eines Bauwerkes einsetzen sondern lieber XY zur Verfügung stellen. XY steht und stand dabei für Inhalte, die demjenigen besonders nahe stehen.

Wieso das Eine tun und nicht Vieles?

Wenn ein solcher Effekt passiert, dann regt sich in mir immer wieder eine Stimme, die sich fragt, weshalb man eigentlich entscheiden soll und angeblich muss. Es ist nicht oft die Gelegenheit sich laut klarzumachen, dass wir in Europa, in Frankreich genauso wie in Deutschland, in einem reichen Land leben. Zwar ist die Situation der Kirche in Frankreich eine grundsätzlich andere im Vergleich zu einer deutschen Kirche, die durch die Erhebung von Steuern wirklich aus sich selber heraus sehr sehr reich ist. Aber, auch die arme Kirche in Frankreich ist Teil einer reichen Gesellschaft. Geld ist da, um Notre-Dame wieder aufzubauen. Und gleichzeitig ist auch Geld da, um andere Projekte voran zu treiben. Wer etwas anderes sagt, der hat ein spezielles Interesse. Und dieses spezielle Interesse will eine einzelne Gruppe besonders bevorzugen. Nur an sich zu denken ist dabei stets im Widerspruch zum Interesse des Gemeinwohls.

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Neue Kartoffeln

Zugfahrten, auch wenn es sich in meinem Fall aktuell meist um kurze Fahrten handelt, geben Dir immer die Möglichkeit zu beobachten. Mir geschieht das beinahe zwangsläufig. Neulich auf der Heimfahrt saß einige Reihen vor mir eine junge Frau, mit InEars in der Hand und ihrem Smartphone und einer riesigen Shopper-Tasche zwischen den Füßen auf dem Boden. Nach einigen Minuten dreht sie den Kopf und sah mich aus tiefschwarzen Augen für den Bruchteil einer Sekunde an, um sich dann gleich wieder in Fahrtrichtung abzuwenden. Kurze Zeit später kam unsere Zugbegleiterin, um die Fahrkarten zu kontrollieren.

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Kabul. London. Syrien. Es ist Zeit umzukehren

Tagtäglich hören wir die Nachrichten. Manche nehmen wir lauter wahr, andere dringen nur leise an unser Ohr, wieder andere gar nicht. Der Tod in Kabul erscheint uns selbstverständlicher, nachvollziehbarer als der, der direkt in der eigenen Nachbarschaft stattfindet. Wieder ein Anschlag in London.

Hass prägt unsere Entscheidungen. Wir haben aufgehört, uns zu allen Menschen zu bekennen. Wir haben irgendwann angefangen, unser Wohl deutlich höher zu stellen als das der anderen. Etwas tun für andere, wenn es mich etwas kostet? Klimaziele? Pah. Weniger Ausbeutung in den Regionen, die ohnehin unfassbar arm sind? Es ist Zeit aufzuhören. Es ist Zeit aufzuhören mit der Ignoranz gegenüber vollkommen selbstverständlichen Einsichten. Ja, unser Tun hat Auswirkungen auch auf Menschen, von denen wir noch nicht einmal wissen, dass sie existieren. Ja, Handel und Wirtschaft rechnet sich oft nicht, wenn man die Kosten miteinbezieht, die es braucht, um Produkte sinnhaltig zu verarbeiten auch wenn sie kaputt sind und Müll. Es ist Zeit umzukehren. Es ist Zeit, Respekt zu zeigen für alles Leben. Alles andere ist zutiefst unverantwortlich.

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