Natürliches Denken. Momentaufnahmen. Und Meinung

Schlagwort: Literatur (Seite 1 von 5)

Wenn es abends deutlich früher dunkel wird..

..dann gibt es wenig was mir derzeit mehr Spaß bereitet, als einfach da zu sitzen und zu lesen. Ich habe endlich mit Lutz Seilers Kruso begonnen und bin absolut begeistert. Aber, es fällt schwer anzugeben, wann ein Buch das Beste ist. Sie sind immer toll und sie sind immer anders. Vielfalt, auf Papier gedruckt und ersonnen von Menschen, denen ich dafür gar nicht genug danken kann. Ich liebe es, mich in Geschichten zu verlieren und andere Welten abzutauchen. Ja, das geht vielen so aber genau das macht es so faszinierend. Du brauchst nicht viel, sondern eben nur das richtige Buch und schon bist Du mal eben weg, unterwegs auf kleinen und großen Reisen. <3

Lesen: Reinhard Jirgl – Die Stille

Anders Lesen. Das musste ich zuerst lernen, um mich schließlich auf die Texte von Reinhard Jirgl einlassen zu können. Zwischendurch immer wieder auch mal nachlesen, was über ihn und seinen Schreibstil geschrieben wird , seine ganz eigene Orthographie. Sicher ein Ausdruck meiner Verunsicherung. Die veröffentlichte Meinung recht uneinheitlich zwischen wohlwollend und ablehnend. Es gibt auch große Begeisterung. Ich selbst beäuge das noch etwas misstrauisch. Büchner Preisträger (2010)! Ja, und? Was zählt ist, ob diese eigentümliche Schriftsprache am Ende nur effekthascherisch ist oder ob sie etwas bewirkt, was den Intentionen des Autors und auch und vor allem der Geschichte selber dient. Es geht schließlich um Inhalte. Hoffe ich.

Herbstlicher Sonntag mit Einsichten

Sonne. Blauer Himmel. Gute 14°C und neben mir steht eine erste Tasse mit frisch gebrühtem, beinahe dickflüssigem, Earl-Grey Tee. Draußen spielen drei Mädels. Ihre lauten, fröhlichen Stimmen klingen durch die offene Balkontür herein. Ich lese in Lion Feuchtwangers Roman Erfolg und bestaune die Schilderung über die damalige Münchener Bevölkerung, die auch gut von heute stammen könnte. Feuchtwanger schreibt pointiert, sein Blick auf die Verhältnisse analysiert scharf, seine Feder hält seine gesellschaftliche Kritik ebenso fest. Erfolg entstand zwischen 1927 und 1930 und erschien kurz darauf.