Linux Tools: Schizobird wurde Polly wurde mein Lieblings(twitter)client

Screenshot von Polly

Neue Lieblinge braucht das Land! Vor Kurzem wurde ich auf einen neuen Twitterclient aufmerksam. Man suchte gerade einen neuen Namen, denn Schizobird erschien vielen Leuten wohl als zu gewagt. Das Progrämmchen gefiel mir auf Anhieb. Weil er damals noch sehr am Anfang seiner Entwicklung stand, beschloss ich, das Projekt weiter zu beobachten. Gestern habe ich nun erneut hingeschaut und war doch sehr erstaunt, wie viel da zwischenzeitlich passiert war/ist. Aus Schizobird wurde Polly. Und ansonsten lässt sich sagen, dass die Entwickler offensichtlich Siebenmeilenstiefel tragen.

Was gefällt

Schnell hatte ich Polly per PPA installiert und erfreue mich seither an meinem neuen Lieblings-Client für Twitter. Polly ist schnell, braucht wenig Systemressourcen und man kann sowohl mehrere Accounts gleichzeitig befüllen als auch individuell seine gewünschten Timelines verfolgen. Zudem integriert sich der Client jetzt schon vortrefflich in die Notification-Area von Ubuntu.

Fazit

Dieser junge Sprössling macht großen Spaß. Er hat meiner Meinung nach das Potenzial, einen neuen Standard zu setzen und das schicke aber sehr behäbige Gwibber zu verdrängen. Dafür ist es natürlich nötig, dass die Entwickler ihr Kind wie bisher schnell weiterentwickeln. Auf meiner persönlichen Wuschliste steht vor allem der Identi.ca Support. Und natürlich braucht es positive Propaganda. Ich habe jetzt einfach mal meinen Teil dazu beigetragen, denn ich finde Polly wirklich extrem gut gelungen und sehr vielversprechend.

Twidroid

Ich probiere immernoch viel herum. Aktuell nutze ich auf dem kleinen Androiden Twidroid. Twidroid kann sowohl Identi.ca als auch Twitter und bietet mir eine zentrale Timeline für beide Dienste. Das ist besonders. Ansonsten muss ich sagen: es gibt schönere Clients. Twidroid ist aber zuverlässig und das zählt auch was. Also: testen #testen ..

Twitter und Kommunikation. Ein Diskussionsbeitrag

In seinem Blogbeitrag »Twitter und Kommunikation« schreibt Raphael Raue über Twitter. Ich kenne Raphael aus früheren Blogzeiten und war deshalb auch sehr neugierig, was er von Twitter hält. Schon die ersten Sätze machen deutlich, dass er der Kommunikationsform Twitter und namentlich dem sich Austauschen per 140 Zeichen skeptisch gegenüber steht. Twitter ist natürlich – und da hat er vollkommen Recht – ein Tool mehr, das evtl. im Systemtray blinkt und das Aufmerksamkeit verlangt. Auch mir steht in Zeiten der nahezu 100 prozentigen Erreichbarkeit der Sinn nicht selten nach Ruhe und Abgeschiedenheit. Über seine konkreten Ausführungen hinaus erkenne ich mich generell selbst sehr stark in dem wieder, was er über sein »Kommunikationsverhalten« schreibt. Er schreibt ..

Denn Ruhe ist das Gut, dass man mit zunehmender Vernetzung aufgibt. Ständig quäktz irgendeines der Icons im Dock, schreit entweder akustisch oder visuell nach Aufmerksamkeit. Dadurch sinkt meine Aufmerksamkeit und ganz im Ernst, wie oft ist dieser Aufmerksamkeitsverlust gerechtfertigt?

Ich kann die oben zitierten Sätze vollkommen unterschreiben. Paradoxerweise twittere ich immer noch. Konkret habe ich gerade vorhin meinen 11.666sten Tweet verfasst. Wie passt dieses scheinbare Paradoxum nun mit dem oben bekannten zusammen? Eine Antwort kann nur subjektiv erfolgen, denn sicherlich haben zehn befragte Twitter-Nutzer elf verschiedene Antworten ;). Meine Antwort ist – wie sollte das im Netz anders sein – ein Link: Cem Basman hat im April des vergangenen Jahres auch schon nach Antworten auf das Mysterium Twitter gesucht und hat daraufhin eine aus meiner Sicht sehr bemerkenswerte kleine Interview-Reihe gestartet. Er befragte (schlussendlich) acht in der Szene als »A-Twitterer« bezeichnete Citizens des Web 2.0 (der Ausdruck ist meiner Meinung nach furchtbar. Immerhin: er wird verstanden ;)  ) und erhielt, wie er selber schrieb, Einblicke, die mehr ergaben als die Summe der gegeben Antworten. Auch knapp ein Jahr später findet sich meiner Meinung nach viel von dem, was Twitter im positiven Sinne ausmachen kann, in den Interviews wieder. Übrigens sei mir gestattet anzumerken, dass die Antworten von Tina Pickhardt (PickiHH) die Perspektive wiederspiegelt, die mir besonders nahe ist. Auch ich bin Freiberufler und auch ich arbeite ziemlich häufig von zuhause aus. Ich finde das einerseits genial, andererseits fehlt mir sowas wie eine Bürogemeinschaft, der Flurfunk oder das Gespräch in der Kaffeeküche. Mindestens genauso oft freue ich mich allerdings über meine Autarkheit im heimischen Arbeitszimmer ;) .. Twitter und Kommunikation. Ein Diskussionsbeitrag weiterlesen