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Schlagwort: Nachhaltigkeit

Seife. Seife. Und nochmals Seife

Und noch eine Seifen-Story. Zuletzt hab ich ja darüber geschrieben, dass ich auf der Suche nach einem Shampoo bin, dass man nicht in Plastikflaschen abfüllt und ich somit Flasche für Flasche Plastik in die Welt setze. Beim Shampoo bin ich fündig geworden und natürlich gilt auch für Seifen, dass ein Verzicht von Plastik essentiell ist. Und was mir schon in vielen anderen Situationen passiert ist, dass nämlich eine bewusste Entscheidung für oder gegen eine Sache nicht nur diese eine Sache beeinflusst, sondern dadurch auch andere Dinge in Fluss geraten, so gibt es diese anderen Dinge auch beim Thema Seife. Sich hinzuwenden zu einem Produkt, dass es zwar gibt, dass aber noch nicht von den großen Industrieunternehmen entdeckt wurde, hat weitere Vorteile. Jedes Stück Seife, dass ich nicht von einer der Multis kaufe, ist ein Stück gegen das Diktat der großen Unternehmen. Was sich anhört wie das Statement eines Links-Intellektuellen ist dabei aber vor allem und zuerst ein Bekenntnis zur Vielfalt und auch ein Bekenntnis, Produkte gut zu machen und nicht vor allem billig. Vielfalt ohne Marktmacht, Vielfalt auch dafür, dass Umsätze möglichst direkt bei Angestellten und Besitzern kleiner Manufakturen ankommen ist wichtig. Firmen, die in Nischen agieren, behaupten sich meist nicht wegen des Preises für ein Produkt sondern wegen einer Innovation oder deshalb, weil sie die Dinge anders angehen. Diese Andersartigkeit ist nicht per se wichtig aber sie ist oft etwas, dass ich mir als Konsument wünsche und sie kann ein Zeichen sein für gute Produkte, für Nachhaltigkeit und eine richtige Herangehensweise.

»Aber um die Zerstörung der Erde wirklich zu stoppen, müsste der Mensch aufhören, nach Profit und Fortschritt zu streben«

„Gerade las ich auf ZEIT Online einen Artikel aus der Rubrik Karriere/Beruf. Der Artikel erzählt die Geschichte einer Umweltaktivistin, die für den WWF arbeitet. Die Autorin gibt eine Aussage der Aktivistin wie folgt wieder:

Aber um die Zerstörung der Erde wirklich zu stoppen, müsste der Mensch aufhören, nach Profit und Fortschritt zu streben. Meint sie wirklich, dass der Mensch zu so großen Schritten der Veränderung bereit ist? Dass der Kern ihrer Botschaft ankommt? »Eigentlich nicht.«

Ich horche auf, wenn ich lese, dass wir aufhören müssen, nach Profit und Fortschritt zu streben. Beim Begriff des Profit bin ich sofort einer Meinung. Wenn ich aber an den Begriff Fortschritt denke, so möchte ich der WWF-Mitarbeiterin unwillkürlich ins Wort fallen und möchte nachfragen, ob wir also wirklich aufhören sollten, fortschrittlich zu sein? Vielleicht kann man an diesem Ausspruch aber auch feststellen, wie sehr sich die (Be)deutung des Begriffes Fortschritt verändert hat. Es gab eine Zeit, in der dieser Begriff bzw. der dahinter stehende Inhalt von allen Menschen als etwas Positives angesehen wurde. Seit einiger Zeit hat sich das verändert. Es gilt schon als Fortschritt, wenn eine Firma ihren Umsatz steigern konnte und vor allem mehr Gewinn macht. Dass bei der Erreichung solcher (angeblich positiver) Ziele immer öfter Menschen auf der Strecke bleiben, hat auf lange Sicht folgerichtig Einfluß darauf, welche Bedeutung man Begriffen zubilligt. Ich finde, wir alle sollten wieder mehr darauf achten, welchen Fortschritt wir wollen, denn an sich ist Fortschritt doch etwas Positives. Wir sollten uns diesen Begriff und die positive Utopie, die dahinter steht, nicht von Menschen und Organisationen wegnehmen lassen, die anderes im Sinn haben bzw. die gar nicht bis zuende bedenken, welche Folgen ihr Tun auf lange Sicht hat.

Gerade entdeckt: (Tobias) Schlegl sucht die Wahrheit

Tobias Schlegl, der umtriebige Moderator des Satire-Magazins Extra 3 wird Vater und nimmt diese epochale Veränderung in seinem Leben zum Anlass, um sein Leben zu verändern. Schließlich soll es »der kleine Schlegl« (O-Ton des großen Schlegl über den kleinen Schlegl) mal besser haben. Tobias zieht also los und versucht, Antworten auf dringliche Fragen der Zeit zu bekommen. Er erkundigt sich nach erneuerbaren Energien, versucht zu klären, ob alles gut ist, wenn auf unseren Lebensmitteln »Bio« drauf steht und begegnet auf seiner Reise einer Menge Menschen und Meinungen. Für die Suche nach einer lebenswerten Zukunft hat der NDR Tobias Schlegl insgesamt 90 Minuten Sendezeit gegeben. Die Dokumentation ist in zwei appetitliche, 45 Minuten lange, Sendungen zerteilt worden, die ich nur wärmstens empfehlen kann.

Und was hab ich davon, mir das anzugucken?

In der Dokumentation werden wirklich viele große Themen angesprochen und obwohl 90 Minuten Sendezeit viel erscheint, können natürlich in dieser Zeit keine endgültigen Antworten gegeben werden. Man erhält aber durchaus Denkanstöße und immer wieder deutet Toby Schlegl mögliche Antwortansätze an. Da wir alle Individuen sind, muss schlussendlich ohnehin jedermann und jedefrau am Ende eigene Antworten finden.

Fazit

Mich haben die beiden Sendungen in einer Lebensphase angetroffen, in der ich mich mit ziemlich vielen Zweifeln herumschlage. Mitten im Bundestagswahlkampf verliere ich ob der Antwortansätze der Parteien manchmal den Mut. Genau an dieser Stelle kann man die Dokumentation aber auch als Anfangspunkt sehen. Schlegl sagt: Man kann was tun. Man muss einfach nur anfangen. Klaro, das klingt nach einer Binsenweisheit und doch macht es Mut, Dinge einfach ganz konkret anzugehen. Diskutiert ist lange genug worden.

Nachfolgend findet ihr den Link in Richtung der Sendungen. Sie befinden sich auf den Seiten des NDR. Übrigens: In solchen Momenten wird mir bewusst, dass ich sehr gerne Gebühren zahle für ein öffentlich rechtliches Fernsehsystem. Aber, ab zu den Links:

    Schlegl sucht die Wahrheit, Teil 1
    Schlegl sucht die Wahrheit, Teil 2

Viel Spaß beim Anschauen. Es lohnt sich sehr!

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Thema von Anders Norén.