Natürliches Denken. Momentaufnahmen. Und Meinung

Schlagwort: Politik (Seite 2 von 19)

Kopf und Herz. Ein paar Gedanken über Entscheidungen und Pläne

Im Grunde könnte man einen solchen Artikel zu jeder Zeit schreiben. Er wäre immer aktuell, hätte immer Relevanz und würde zu jeder Zeit einen guten Beitrag leisten können dazu, welche Art Entscheidungen und Pläne wichtig, welche richtig sind und auch, welche man für sich selber auch durchhält. Wieso also jetzt?

Ich beobachte meine Mitmenschen, lese Zeitung, höre, was Freunde berichten oder auch, was in der Öffentlichkeit besprochen wird und nicht zuletzt schaue ich auch, wie es mit meinen ins Auge gefassten Plänen ausschaut. Was mir auffällt ist, dass ich bei vielen Gelegenheiten höre, wie Ziele ins Auge gefasst werden, die so mächtig sind, dass sie quasi nur scheitern können. Gleichzeitig scheint es mir so, als hätten wir Menschen niemals weniger Durchhaltewillen gezeigt. Wir sind für gesellschaftliche Vielfalt, sorgen aber mit Entscheidungen dafür, dass Vielfalt es noch schwerer hat stattzufinden, etwa in der Schule. Wir wollen das Klima retten und steigen gleich nachdem wir uns laut und wortreich zur Klimawende bekannt haben in ein Auto und fahren damit auch allerkleinste Strecken.

Ich würde mir wünschen, dass wir zunächst einmal weniger große Ziele proklamieren, sondern dass unsere Ziele erreichbar sind. Wir werden nichts erreichen, wenn wir mit Maximalzielen loslaufen und nach mehr oder weniger kurzer Zeit frustriert ein ums andere Mal aufgeben. Ziele können ambitioniert sein. Setzen wir uns aber in allen Lebenslagen nur noch Maximal-Ziele, so werden wir nichts erreichen. Wir müssen loslaufen und genauso wie es ein Läufer tut, der plant, an einem Marathon teilzunehmen, läuft dieser nicht im Sprint los sondern so, dass er mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit ankommt.

Über den Rechtsruck

Es fällt mir schwer. Ich wollte eigentlich nicht mehr schreiben über Politik. Zu komplex sind Zusammenhänge, zu groß mein Wunsch, mich von Verkürzungen fernzuhalten, denn tatsächlich glaube ich immer weniger an Zuspitzungen, um Themen zu erklären. Und doch schreibe ich über diese Verschiebung nach Rechts. Es ist eine elementare Verschiebung, die immer weiter getrieben wird. Und es ist eine Bewegung in Richtung Vergangenheit, die just in einem Moment der Zeit passiert, an dem wir eigentlich mutig voranschreiten müssten und an dem alte Fehler im Handeln beendet werden und auch, in dem falsche Kompromisse aufgekündigt gehörten.

Persönlich stand ich dem Phänomen dieser Bewegung nach Rechts lange gegenüber und konnte nicht begreifen, was da geschieht. Ich war fassungslos. Allmählich denke ich aber, dass ich den Nebel durchschaue, dass ich es schaffe, die Bewegungen hinter dem Nebel zu erkennen und auch die handelnden Gruppen. In den USA ist beispielweise nicht Donald Trump die handelnde Person. Er ist nur das Werkzeug. Hinter Trump und seiner Politik der Vernichtung gesellschaftlicher Strukturen stecken Menschen, die irgendwann beschlossen haben, dass alles Geld, alle Macht, die schon vorhanden ist, nicht ausreicht. Es sind Menschen, die gewissenlos aufbrechen, was eine Gesellschaft zusammenhält. Da sind Behörden, da sind Gesetzgebungen. Alles, was noch mehr Profit im Wege steht, muss weg. In einem Bericht für den Weltspiegel analysiert Annette Dittert, wer z.B. hinter einer Figur wie Boris Johnson steht. Auch hier ist Geld im Spiel, auch hier geht es vor allem darum, Chaos zu schaffen. Und das Geld kommt aus den USA. Immer mehr verdichtet sich der Eindruck, dass also hinter dem Rechtsruck, den wir international spüren, gar nicht zuallererst Fremdenfeindlichkeit steht oder Konservatismus, sondern vielmehr der Wille, Zusammenhalt aufzusprengen, Institutionen zu schleifen, Gesetze oder ganze Regierungen loszuwerden nur, um einige wenige Menschen auf der Erde noch reicher zu machen und vor allem, um sie mit noch mehr Macht auszustatten.

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