Viel Denken. Wenig Sagen. Mit Rückfällen

Eine Portion gemischter Gedanken, durchsetzt mit Gefühlen. Ein gutes Jahr dauert es nun schon an, mein neues (Arbeits)Leben. Es hat manches verändert. Auf manche Veränderung war ich gefasst, dass anderes einen soo großen Raum einnimmt, überrascht mich tagtäglich immer wieder.

Stille bewahren

Stille bewahren wird mehr und mehr zu einem Leitspruch. Ich habe das nicht geplant aber, aktuell empfinde ich Einmischung meist als nicht sinnhaltig. Politisch wiederholen sich Dinge. Politik, die wenig Dinge tut und wenn sie etwas tut, dann ist es aus meinem Blickwinkel meist die falsche Aktion. Aktionen sind auch meist weder besonders nachhaltig noch überhaupt durchdacht oder gar handwerklich gut umgesetzt. Überraschenderweise kann man den oppositionellen Einrichtungen und Menschen, ob politisch organisiert oder nicht, genau dasselbe vorhalten. G20 Protest, der komplett daneben geht, sowohl aus Sicht des offiziellen Staatsapparates als auch aus Sicht der Gegner. Und auf beiden Seiten keinerlei erkennbare Einsicht, dass da Dinge falsch laufen, oft systematisch falsch. Sich Äußern? Wozu? Einerseits ist es ja nicht so, dass es meinen Senf zu diesem Thema auch noch braucht und andererseits ist es generell so, dass Diskussionskultur ganz offensichtlich komplett verschwunden ist. Wer laut ist, hat Recht. Auch hier verwenden Parteien und Regierungen dieselben Werkzeuge und Techniken wie die Oppositionellen. Überzeugen? Nein nein, sowas ist ohnehin viel zu anstrengend. Also: Stille bewahren. Manchmal gelingt es mir aber wider besseres Wissen nicht.

Der öffentliche Raum

Ich bewege mich im öffentlichen Raum. Er wird zu einem großen Ärgernis. Ich lebe im Großraum Rhein-Main. Die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV) ist Keimzelle für nicht enden wollende Ärgernisse. Das hatte ich vor einem Jahr in diesem Ausmaße nicht vorhergesehen. Ich war ja früher schon Pendler. Früher, dass ist der Ausdruck für eine andere Zeit. Versäumnisse wurden damals, oft zu langsam und wiederwillig, eingestanden und korrigiert. Der moderne Nahverkehr ist vor allem die Leugnung der Verwantwortung für nicht erbrachte Leistungen. In Zeiten, in denen die „Diesel-Affäre“ uns u.a. auf Schadstoffe aufmerksam macht und darauf, dass diese Schadstoffe uns im gleichen oder sogar höheren Maße zugeführt werden wie vor 20 Jahren, in diesen Zeiten ist der RMV, der lokale Verkehrverbund für Hessen, tagtäglich gelebtes Versagen. Schadstoffausstoß könnte mit ÖPNV Konzepten vermieden werden, denn immerhin gilt: Jedes Auto, dass erst gar nicht in Betrieb genommen wird, etwa für die Fahrt zur Arbeit, ist ein gutes Auto. Beim RMV arbeitet man aber eher daran, die aktuellen ÖPNV Nutzer auch noch zurück in die Autos zu drängen.

Aber, da war er wieder, der Rückfall. Ich wollte dich nix sagen, eigentlich.

Barcamp Darmstadt 2010. Das offizielle Photoset

Während des gesamten Barcamps in Darmstadt schwirrte unermüdlich @patricklenz (bei Twitter) (@netzkultur (bei flickr)) durch die Location und schoss Bilder. Seit gestern Abend kann man seine Ergebnisse bei flickr bewundern. Da sind wirklich tolle Bilder entstanden. Vielen vielen Dank dafür!

Die Frankfurter Rundschau und ich. Ein Re-Design mit Folgen

Immer wieder bin ich auf der Suche nach der Zeitung für meine Region. Lange Zeit hing ich fest bei der FAZ. Allzu oft habe ich mich ärgern müssen über allzu reaktionär eingefärbte Beiträge und meine Freude über Gelungenes aus der Rhein-Main-Zeitung war allzu getrübt. Seit einigen Tagen lese ich test. Die Frankfurter Rundschau hat sich ein Re-Design geleistet. Es ist weitaus moderner, es ist hell und freundlich und es ist in mancherlei Weise auch leserfreundlicher geworden. Ich, der ich viele gelesene Artikel sogleich (und meist nur für mich) bookmarke, freue mich über die leichter erreichbaren Social-Media-Dingens-Bausteine und die elegantere Möglichkeit des Bookmarkens. Klaro, ich könnte dafür auch Plugins nutzen, doch ist es weitaus sinnvoller, wenn man direkt von der Seite aus bookmarked, denn freundlicherweise übernimmt die Redaktion bzw. die Technik das Ausfüllen nicht nur der Überschrift, sondern auch das Befüllen der Beschreibung. Ich bin da meist etwas faul, wenn ich selber schreiben muss. Sinnvolle Tags sind schon schwer genug zu finden und zu vergeben. Finde ich ..

Und sonst?

Und sonst mag man sagen, dass der erste Blick verglichen mit der alten Online-Ausgabe etwas unübersichtler geworden ist. Schmalere Spalten machen es für das Auge schwerer, einzelne Artikel zu finden und zu würdigen. Allerdings habe ich mich daran schon nach wenigen Tagen gewöhnt. Jetzt freue ich mich mehr an der größeren Zahl der Schlagzeilen und Teaser. Ich muss weniger klicken. Das empfinde ich subjektiv als positiv. Das Schriftbild bzw. die Farben für den Text mag man als etwas hell kritisieren. Ich mag es so. Ein dunkleres Grau für den Text wäre lesbarer (weil kontrastreicher), der optische Eindruck wäre aber weniger leicht. Mir gefällt aber gerade diese Leichtigkeit sehr gut.

Mein Fazit

Ich lese immernoch test und ganz allmählich verfestigt sich der Eindruck, dass ich endlich eine Alternative gefunden habe für die FAZ. Ich bekomme Tagesaktuelles geliefert und bekomme auch noch den Bezug zur Region. Ja, ich gestehe, den Lokalteil der FAZ werde ich auch weiter lesen. Die Mischung aus lokalen Informationen und kulturellen Tipps gefällt mir sehr gut. Da hat die FR durchaus noch wenig Luft nach oben.