Browsertales: Über das Finden, das sich Rechtfertigen und das Arbeiten mit dem richtigen Internet-Browser

Im Alltag ist der Browser vermutlich die Anwendung, mit der ich am meisten Zeit zubringe. Man recherchiert etwas, liest seinen Feedreader leer oder ist unterwegs und kommuniziert dann per Email und Webanwendung. Vielerlei Webservices versüßen einem das Webworker-Leben und da bleibt es einfach nicht aus, dass man für die allermeisten Anwendungsfälle eben einen Browser benötigt.

Welchen Browser braucht es denn?

Diese Antwort ist allgemein, meiner Meinung nach, gar nicht zu beantworten. Was ich sagen kann: man sollte sich vor Beginn der Suche genau fragen, was man mit dem Browser machen will. Ich nutze beispielsweise Microblogging-Services wie Twitter und Identica. Gerade letzterer Service ist im Firefox-Browser nur schlecht zu nutzen. Andererseits betreibe ich gerade unterwegs das Microbloggen oft aus dem Browser heraus. Auch wenn ich nach wie vor voll hinter dem Mozilla-Projekt stehe, so reicht mein Hang zur Selbstquälerei nicht aus, um weiterhin den Firefox-Browser zu nutzen. Mein idealer Browser soll vor allem leichtgewichtig sein. Er soll dies ebenso in Bezug auf Speicherressourcen als auch in Bezug auf Systemressourcen sein. Zusätzlich wünsche ich mir von meinem Browser, dass er schnell ist und sich funktionell modular erweitern lässt. Gerade für die Entwicklung von Webseiten braucht man quasi überlebensnotwendig manche (Entwickler)Tools. Aus heutiger Sicht frage ich mich manchmal, wie ich eigentlich früher ohne diese ganzen kleinen nützlichen Tools (über)leben konnte. Aber, dass ist eine andere Tasse Tee .. ;-)

(M)eine Antwort

Als ausgewiesener Ubuntu-Freund und damit als ebenfalls vollkommen enthusiastischer Anhänger von Linux-Systemen habe ich aktuell die Qual der Wahl. Ich will hier nur zwei Produkte nennen und sogar nur auf eines der beiden etwas ausführlicher eingehen. Zuerst aber die süße, kleine Lösung: der Epiphany-Browser. Dieser Browser kann alles, was ein moderner Browser können muss. Er ist dank webkit-engine rattenschnell, ist smart und klein und entspricht (eigentlich) meinem absoluten Ideal. Leider bietet er (noch) nicht allzu viele Funktions-Erweiterungen. Manches fehlt noch. Das Projekt ist aber noch verhältnismässig jung. Ich bin guten Mutes, dass sich dieses Browser-Projekt bald zu einer tollen, erwachsenen Alternative mausern wird. Neben dem Epiphany-Browser gehört meine Zuneigung derzeit vor allem Googles Chrome. Dieser Browser bietet alles, was ich brauche und er bietet mir darüber hinaus noch viele kleine Goodies, die ich anderswo erst vermisse, wenn ich zwischendurch mal wieder fremdgehe. Chrome ist schnell, er bietet mittlerweile eine täglich wachsende Anzahl von Funktions-Erweiterungen, die mich in die Lage versetzt, den Browser genau so zu chapen, wie ich das benötige.

Der Pferdefuß

Ideale Lösungen gibt es nicht. Das ist eine Wahrheit, die ich über viele Jahre immer und immer wieder neu gelernt habe. Wenn jemand von einer idealen Lösung spricht, dann übersieht er absichtlich oder unabsichtlich ein Gegegenargument. Bei Google liegt nahe, wo der Schuh drückt: Google, die Datenkrake. Ich bin nicht hysterisch und doch komme ich nicht umhin festzustellen, dass es eigentlich suboptimal ist, Google-Produkte zu nutzen und dann auch noch den passenden Browser dazu zu verwenden. Wer jetzt glaubt, der eloquente Autor des Artikels hätte eine passende Lösung parat für dieses Grundsatzproblem dem sei gesagt, dass ich auch keine Lösung weiß. Sorry Guys! Ich für mich habe beschlossen, bis auf Weiteres Chrome zu nutzen. Ich tröste mich mit Fatalismen, die aber vermutlich sogar tatsächlich zutreffen. Ich meine Bekenntnisse wie: »Die wissen doch sowieso schon alles!« ;-)

Mein Fazit

Ich nutze, wie gesagt, den Browser. Ich vermeide es, wirklich wichtige Dinge via Gmail zu erledigen und speichere auch keine wirklich relevanten Daten dort. Neben einigen anderen Verhaltensweisen, die Google zumindest ein wenig sportlich herausfordern (wenn sie denn schon alles wissen wollen) sollten, erfreue ich mich der Vorteile, die der Browser ohne jeden Zweifel hat, beobachte aber auch, welche Alternativen es gibt. Falls sich jetzt mancher Leser denkt, wieso ich nicht doch andere Produkte nutze, die besser mit meinen Daten umgehen, so sei diesen Nutzern gesagt, dass alle großen Browser-Produkte nach Hause funken lassen. Dies gilt für Apples-Safari genauso wie für besagten Firefox-Browser. Von Microsoft und seinem Internet Explorer wollen wir da gar nicht erst reden.

Der dritte Weg. Der Opera Browser

Opera Browser Screenshot

Seit einer guten Woche teste ich mal wieder den Opera Browser (Version 9.64). Die ersten Stunden war es teilweise ungewohnt, sich mittels Opera durch das Internet zu bewegen und nach und nach habe ich mir den Browser erstmal auf meine Wünsche hin angepasst. Das klingt langwieriger und komplizierter als es ist: Auch im Firefox nutze ich nur überschaubar viele AddOns und wenn ich mir mal bewusst mache, welche Zusatzfunktionen ich tatsächlich auch benutze, so kann ich diese wenigen für mich wichtigen Erweiterungen auch dem Opera Browser anerziehen. Beispielhaft nenne ich mal die Möglichkeit, Bookmarks via del.icio.us auf meinen Account zu schieben. In diesem Fall hilft mir del.icio.us selbst: sie bieten auf ihrer Website ein kleines Bookmarklet an, das dieselbe Funktion erfüllt wie das entsprechende AddOn für den Firefox Browser. Darüber hinaus hat der Opera Browser ein wunderbares Entwicklungswerkzeug implementiert, welches alle meine Wünsche an einen Browser erfüllt.

Aber, warum soll ich wechseln?

Also, eigentlich habe ich nicht gewechselt, weil ich den Firefox Browser schlecht finde. Es war mehr die Neugier auf was Neues. Und so bin ich bei Opera gelandet. Die Version 9.64 verrichtet ihre Arbeit sehr schnell und bietet nette kleine Funktionen, die man aber zumeist auch schon anderswo gesehen hat. So ist es beispielsweise sehr nett, dass ein neues Tab immer direkt neben dem Fenster geöffnet wird, auf dem man gerade zugange war. Gerade für Leute, die den Hang dazu haben, sehr viele Tabs geöffnet zu haben, ist dieses kleine Gimmick eine Wohltat.

Und sonst? Räumt der Opera Browser auch Deine Wohnung auf?

Nein, wie gesagt, auch Opera erfindet die (Browser)Welt nicht vollkommen neu. Vielmehr vereint Opera bekannte und neue Funktionen mit einem aus meiner Sicht gelungenen Design, netten Gimmicks und quasi nebenbei arbeitet der Opera Browser auch noch schnell und zuverlässig. Die Safari 4 Beta ist sicher noch ein Stückchen schneller. Aber, Geschwindigkeit an sich ist für mich nicht das Killer-Feature. Vielmehr suche ich immer nach einem guten Gesamtpaket und genau das bietet Opera mit seinem Browser in der Version 9.64. Probiert es mal aus!

Browser Update: Safari 4 Beta

Bild: Screenshot des neuen Safari 4 (Beta) Browsers auf Windows Vista

Apple hat gestern die neue Betaversion seines Internet Browsers Safari zum Download bereitgestellt. Natürlich habe ich ihn mir gleich mal heruntergeladen und installiert und war zunächst überrascht. Safari hat seine optische Eigenständigkeit ein wenig eingebüßt. Jedenfalls habe ich schon den Eindruck, dass die Designer in Cupertino sich gerade bei der Integration der Tab-Leiste kräftig bei den Kollegen von Google bedient haben. Immerhin kann man aber festhalten, dass der Leistenbereich des neuen Safari dadurch sehr schlank bleibt. Das eigentlich Browserfenster ist relativ groß. Das gefällt mir sehr gut.

Innere Werte

Ich habe den Browser erst seit gestern in Betrieb. Deshalb kann ich hier vor allem erste Eindrücke schildern. Zuallererst will ich festhalten, dass der Browser offenbar schon in dieser Betaphase sehr robust und stabil läuft. Er benutzt bei geöffneten vier bis sechs Tabs vergleichsweise wenig Arbeitsspeicher. Was mich wirklich beeindruckt, ist die unerhörte Geschwindigkeit, mit der Safari seine Aufgaben erledigt. Zwar muss man relativierend sagen, dass er vergleichen mit einem Firefox-Browser natürlich auch nicht die Last etlicher installierter Addons zu stemmen hat. Browser Update: Safari 4 Beta weiterlesen