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Schlagwort: SocialMedia (Seite 1 von 1)

Vodafone, Scholz & Friends und die Sache mit dem Social-Media-Dings

Ich bin hin- und hergerissen. Eigentlich wollte ich über die Geschehnisse der Vodafone Kampagne nicht mehr schreiben. Und doch: Gerade las ich bei DonAlphonso einen aus meiner subjektiven Sicht sehr guten Artikel zum Thema. Er fasst einerseits die Geschehnisse kurz und knackig zusammen. Andererseits wirft er einige Fragen auf, mit denen es sich zu beschäftigen lohnt.

Glaubwürdigkeit und Verantwortlichkeit. Sind solche Stichworte nicht altmodisch?

Möglicherweise sind solche Werte altmodisch und möglicherweise passen Leitlinien wie diese scheinbar nicht in moderne Social-Media-Zeiten. Andererseits kann man im Artikel leicht erkennen, dass im Fall der Vodafone Kampagne genau dort Fehler passiert sind, wo man sich eben genau nicht hat leiten lassen von diesen sinnvollen Werten. Sinnvoll meint an dieser Stelle übrigens nicht, moralisch sinnvoll. Sinnvoll meint, dass man mit einer Kampagne genau das erreicht, was man sich als Ziel vorgenommen hat. Um Glaubwürdigkeit und Aufmerksamkeit zu erreichen, muss man entsprechend handeln. Aus meiner Sicht bedeutet das, dass eine Kampagne von Anfang an nicht kurzfristig zum Erfolg führen kann. Wenn beispielsweise Vodafone sich als modern darstellen will, so kann dies nur gelingen, wenn das »Aussen« zum »Innen« passt. Das »Aussen« steht in diesem Zusammenhang etwa für den Darstellung der Marke bzw. eigentlich der ganzen jeweiligen Company. Das »Innen« steht für das Handeln der Firma. Wie reagieren Mitarbeiter, wenn Kunden Probleme haben oder (Sonder)wünsche. Ist man flexibel? Kann man überhaupt eingehen auf den Kunden? Etc. ..

Was sollte idealerweise eine Firma tun, um einer solchen Kampagne gerecht zu werden?

Kunden sollten sich gut beraten lassen. Jetzt glaubt ihr, ich mache billige Scherze. Tatsächlich meine ich das bitter Ernst. Gerade der beratene Kunde sollte möglichst offen dafür sein, sein bisheriges Tun an vielen Stellen in Frage zu stellen. Er sollte darauf gefasst sein, dass Interaktion mit dem Kunden schlussendlich bedeutet, dass er mehr Arbeit bekommt, dafür aber auch die Chance hat, viel mehr über seine Kunden zu wissen bzw. zu lernen. Dies macht wiederum bessere bzw. passgenauere Produktzuschnitte möglich und erzeugt idealerweise am Ende der Kette zufriedenere Kunden. Die Berater sollten zudem darauf achten, daß Entscheider innerhalb der zu beratenen Company tatsächlich verstehen, um was es geht (mit allen Folgen).

Sind Firmen und Berater bereit für diese neue Art des Umgangs mit ihren Kunden?

Vielfach wird heute immer noch in viel zu kurzen Zeiträumen gedacht. Dieses zu kurzfristige Denken hat sich in den letzten Jahren stark in den Köpfen festgesetzt. Dabei sind die Firmen hierbei nicht die Allein-Schuldigen. Vielmehr steht alles in einem Zusammenhang. Firmen sollen (teilweise abstrus hoch angesetze) Gewinnziele verfolgen. Da bleibt vielfach kein Raum, um langfristig zu denken und zu handeln. Wer immer nur auf die nächsten Quartalszahlen schielen muss, der kann langfristiges strategisches Denken eigentlich vergessen. Social-Media-Elemente sind mit diesen Vorzeichen aber beinahe immer von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Dazu kommt, dass es auch in Agenturen oft vor allem darum geht, Budgets zu erreichen. Wenn dieses Ziel erfült ist, hört der Denkprozess oftmals auf. Auch hier wird oft (zu) kurz gesprungen.

Fazit

Wenn man es positiv sehen will, dann sind Kampagnen wie die von Vodafone vor allem dazu gut hinzuschauen und zu lernen. Viele Blogger können übrigens auch was lernen: Glaubwürdigkeit hat, wie im Journalismus auch, oftmals was damit zu tun, wie ich mich verhalte. Hanns-Joachim Friedrichs hat dazu mal treffend gesagt. Zitat:

»Einen guten Journalisten erkennt man daran, daß er sich nicht gemein macht mit einer Sache – auch nicht mit einer guten Sache; dass er überall dabei ist, aber nirgendwo dazu gehört.«

Auch Blogger tun gut daran, sich an diesen Leitspruch zu halten.

Facebook Reloaded

Seit einigen Wochen nutze ich wieder vermehrt Facebook. Ich hatte mich schon vor längerer Zeit angemeldet, war damals aber niemals so richtig warm geworden mit diesem Protagonisten der Social Network Szene. Facebook war damals voll von bunten, blinkenden Applikationen, deren Zweck sich mir nicht immer erschlossen hatten. Im Gegenteil hat mich allzu viel Verspieltheit geradezu abgehalten, das Tool zu nutzen.

Sanfte Anpassungen für Inhalte und Form

Seit einiger Zeit hat man offenbar auch auf Seiten der Facebook Macher erkannt, dass niemand einen Ersatz für eine Buddelkiste sucht, es aber durchaus Sinn macht, sich als Plattform zwischen Berufs- und Privatleben zu positionieren. Facebook ist erwachsener geworden. Mittlerweile gibt es unzählige Gruppen, in denen man sich themenfokussiert austauschen kann. Das Themenspektrum reicht dabei von Technologie über Software, weiter zum/ins Web 2.0, Enterprise 2.0 bis hin zu Musik, Festivals und allerlei anderen Themenfeldern. Der Fortschritt ergibt sich dabei einerseits aus der Lebendigkeit der Szene. Andererseits haben aber auch die Facebook Macher erkannt, dass sie mancher ungewollten Entwicklung Einhalt gebieten müssen, wenn sie nicht wollen, dass sich ihre Idee einer Community selbsttätig ins Aus manövriert.

Und? Wie isses?

Wenn man sich mit Veränderungsprozessen beschäftigt muss man sich immer klarmachen, dass diese Prozesse von jedem Einzelnen unterschiedlich wahrgenommen werden. Seit ich wieder mehr mit Facebook mache, stelle ich fest, dass ich innerhalb der Community schnell und unkompliziert kommunizieren kann. Ich kann mich andererseits auch ebenfalls beinahe ohne die üblichen Schwellen (das Finden einer themenspezifisch aufgestellten Gruppe von Menschen, das ins Gespräch kommen mit diesen Menschen, etc.) mit Spezialisten austauschen bzw. Themen diskutieren und erhalte sogar Antworten auf Fragen, die sich mir stellen. Ich ertappe mich auch immer wieder dabei, dass ich darauf warte, dass Facebook mich überrascht (mit tollen Features, mit einem tollen Design uvm.). Erst ganz langsam lerne ich neu, dass Facebook ähnlich wie XING oder andere Plattformen, seine Stärke vor allem dort zeigt, wo es eben Leute schlicht zusammen bringt. Mehr muss Facebook an sich gar nicht leisten. Mit der Zeit wird sich hoffentlich auch zeigen, dass man Facebook in Bezug auf die Sicherheit meiner persönlichen Daten tatsächlich vertrauen kann. In der Vergangenheit gab es leider Anlass, an diesem Vertrauen zu zweifeln. Ich bin sehr gespannt, wie sich Facebook in Deutschland und international zukünftig entwickeln wird. Heute, jetzt und hier ist Facebook für mich ein sehr effektives Tool. Ich nutze es gerne und bin gespannt, was die Zukunft bringen wird.

Google Tools: Text, Tabellen und Editoren

Schon wieder ein Google Tool! Langsam muss ich wohl aufpassen. Es könnte der Eindruck entstehen, dass mir interessierte Kreise etwas dafür bieten, dass ich wohlwollend über Google schreibe. Dabei sind es aktuell einfach eine Ansammlung von sinnvollen und Spass machenden Tools, die zufällig alle aus Richtung Mountain View (CA) kommen.

Googles Text und Tabellen

Seit einiger Zeit experimentiere ich schon mit Googles Docs & Spreadsheets und weil ich manchmal auf der Leitung stehe, war die erste Frage, die sich mir häufig gestellt hat die, wofür ich denn nun auch noch Office-Dokumente Online erstellen soll. Natürlich versetzt mich das Tool einmal mehr in die Lage, auch unterwegs arbeiten zu können. Soweit so gut. Unterwegs arbeiten könnte ich allerdings auch mit einem Notebook. Und sonst? Hmm, ich muss attestieren, dass nicht jeder Mensch ein Notebook hat und somit stellt das Docs & Spreadsheets Tool schon einen Mehrwert dar. Überdies kann ich mithilfe dieser kleinen WebApplikation auch in einer Arbeitsgruppe gemeinsam an Texten, kleineren Projekten o.ä. arbeiten. Spätestens an dieser Stelle horchen viele WebWorker auf, denn sowas ist interessant. Für mich persönlich kommt zusätzlich zu den genannten Einsatzmöglichkeiten noch dazu, dass ich das Tool wunderbar und simpel als Editor nutzen kann. Ich kann Beiträge Online schreiben, kann diese relativ vielfältig formatieren, kann andere mitschreiben lassen, wenn ich das möchte und ich kann die Ergebnisse meiner Arbeit auf simple Art und Weise – mittels copy & paste – zum Veröffentlichen in mein Blog stellen oder anderen Online-Projekten zur Verfügung stellen. Natürlich bieten auch Blogs heutzutage luxuriöse Editoren an und Content Management Systeme haben sich in Bezug auf ihre Editierfähigkeit ohnehin längst zu wahren Funktions-Monstern entwickelt. Kollaborative Arbeit in kleinen Teams erfordert smarte Tools und genau an dieser Stelle kommen die Google Docs zum Einsatz.

Mein Fazit

Ich gestehe, ich lobe schon wieder ein Google-Tool, aber die Docs & Spreadsheets von Google sind ob ihrer vielfältigen Einsatzmöglichkeiten einfach unwiderstehlich.